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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Seltsamkeiten  aus  den  Zeiten  der  Thang.

15

Plötzlich  hörte  er,  dass  die  Mutterstadt  erobert,  die  Häuser
sämmtlich  untergegangen  seien.  Er  liess  Sang-hien-ho  zur  Bewachung ­
  des  Gränzpasses  Thung  zurück  und  wollte  an  der  Spitze
einer  Streitmacht  nach  Lö-yang  ziehen.  Nach  seinem  Abzüge
kam  Sang-hien-ho  und  unterwarf  sich.
Lieu-wen-tsing  schickte  Teu-tsung  und
ÄV  Tuan-tschi-hiuen  mit  auserlesenen  Reitern  zur
Verfolgung  Khie-thö-thung’s  aus.  Sie  erreichten  ihn  in  ipjj
Tsch’eu-sang.  Khie-thö-thung  bildete  Schlachtreihen  und  stellte
sich  entgegen.  Teu-tsung  liess  es  zu,  dass  |||  Scheu,  der  Sohn
Khie-thö-thung’s,  hinging,  kund  machte  und  zur  Unterwerfung
bewegen  wollte.  Khiö-thö-thung  schrie:  Einst  waren  wir  beide
Vater  und  Sohn.  Jetzt  sind  wir  Feinde!  —  Er  befahl  den
Leuten  der  Umgebung,  nach  ihm  mit  Pfeilen  zu  schiessen.
Sang-hien-ho  rief  jetzt  der  Menge  Khie-thö-thung’s  zu:
Die  Mutterstadt  ist  gefallen.  Ihr  Alle  habet  eure  Häuser  im
Westen  des  Gränzpasses.  Wie  kommt  es,  dass  ihr  wieder  nach
Osten  ziehet?  —  Alle  warfen  die  Waffen  weg.  Khie-thö-thung
erkannte,  dass  kein  Entkommen  sei.  Sofort  von  dem  Pferde
steigend,  wendete  er  sich  nach  Südosten  und  rief  wehklagend:
Meine  Kraft  ist  gebeugt,  die  Streitmacht  geschlagen.  Ich  kehre
demjenigen,  vor  dem  ich  unter  den  Stufen  stehe,  nicht  den
Rücken.  —  Hierauf  wurde  er  gefangen  und  nach  Tschangngan
  geschickt.
Der  Kaiser  bewillkommte  ihn  und  sprach:  Warum  sehen
wir  einander  so  spät?  —  Khie-thö-thung  weinte  und  sprach:
Ich  war  nicht  fähig,  die  Umschränkung  dessen,  der  ein  Diener
unter  den  Menschen  ist,  zu  erschöpfen.  Desswegen  kam  ich  so
weit  und  brachte  Schande  über  den  ursprünglichen  Hof.  —
Der  Kaiser  sprach:  Du  bist  ein  redlicher  Diener.  —  Er  liess
ihn  frei  und  übertrug  ihm  die  Stelle  eines  obersten  Buchführers ­
  von  der  Abtheilung  der  Waffen  und  die  Würde  eines
Fürsten  des  Reiches  Tsiang.  Er  wurde  dann  erster  Anführer ­
  und  ältester  Vermerker  in  dem  zur  Rechten  befindlichen
Kriegsheere  des  Königs  von  Thsin  und  nahm  an  dem  Zuge,
der  die  Niederwerfung  des  Räubers  m  fr  jft  Sie-jin-kao
zur  Folge  hatte,  Theil.
Um  diese  Zeit  waren  die  Schätze  der  Räuber  gleich
Bergen  gehäuft,  und  die  Anführer  wetteiferten,  sie  zu  erlangen.
            
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