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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

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SchÖnbacli.

Salisburgensis  II  346  f.  ist  das,  eine  Stunde  von  Deggendorf
nordwestlich  gelegene  Kloster  Metten,  welches  seit  1156  Benedictiner
  beherbergte,  1236  unter  Abt  Bernoldus  abgebrannt  und
lag  bis  1264  in  Ruinen.  Abt  Albertus  (1239—1275)  hat  es
wieder  aufgebaut.  Woher  Schmeller  seine  Annahme  hat,  weiss
ich  nicht,  ich  kann  weder  dafür  noch  dagegen  etwas  beibringen.
Der  Sprache  nach  mögen  die  Stücke  ganz  wohl  dort  zu  Hause
sein.  —  Die  Hds.  hat  im  17.  Jahrhundert  einen  Einband
aus  weissem  Schweinsleder  bekommen:  auf  dem  vorderen
Deckel  ist  inmitten  von  Arabesken  der  Erzengel  Michael  eingepresst, ­
  welcher  seinen  Stab  dem  Drachen  in  den  Schlund
stösst;  auf  dem  hinteren  Deckel  ein  Klosterwappen,  das  ich
nicht  nachzuweisen  vermag.

Dem  Inhalte  nach  ist  I  das  wichtigere  Stück.  Der  Verfasser ­
  war  sehr  gevrandt,  volksthümliche  Ausdrücke,  Bilder,
Beispiele  standen  ihm  zu  Gebote.  Er  scheint  in  dieser  Beziehung ­
  ein  würdiger  Vorläufer,  so  denke  ich,  Bertholds  von
Regensburg.
Die  Predigten  von  II  sind  bis  auf  die  letzten  drei  ganz
kurz.  Interessant  sind  die  Beziehungen  zu  den  bekannten
Predigten.  Ich  bin  aber  der  Untersuchung  der  ganzen  grossen
Frage  hier  aus  dem  Wege  gegangen.  Noch  immer  tauchen
neue  Reste  der  Hauptsammlung  auf.  Nicht  blos  die  7  Hdss.,
welche  ich  Zs.  20,  217  ff.  (vgl.  Anz.  f.  d.  A.  2,  223)  aufgezählt
habe,  stehen  untereinander  in  Verbindung,  die  Wiener  Hds.,  welche ­
  das  Predigtbuch  des  Bruder  Konrad  enthält,  von  dem  Johann
Schmidt  neulich  Proben  gab,  gehört  dazu,  auch  Fragmente,  welche ­
  v.  Muth  in  der  Ambraser  Sammlung,  Oswald  Zingerle  in
Proveis  gefunden  hat,  die  Weingartner  Predigten,  so  weit  wir
sie  aus  Mone’s,  Wackernagel’s  und  Pfeiffer’s  Veröffentlichungen
kennen,  schliessen  sich  an.  Manches  wird  wohl  noch  zum  Vorschein ­
  kommen.  Ich  vermuthe,  dass  nach  der  Publication  von
Konrads  Predigten  eine  Prüfung  der  grossen  Leipziger  Hds.
Nr.  760  in  ihrem  zweiten  Theile  das  Räthsel  lösen  wird;  dort
sind  sichtlich  aus  verschiedenen  Vorlagen  verschiedene  Bearbeitungen ­
  derselben  Predigten  zusammengetragen.  Auch  eine
Anzahl  lateinischer  Originale  ist  dabei  mit  aufgenommen.  —
            
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