Schönbacli. Mittheilungen aus altdeutschen Handschriften. II.
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Mittheilungen aus altdeutschen Handschriften.
Yon
Anton Sehönbach.
Zweites Stück.
Predigten.
Oodex germanicus Nr. 88 der königlichen Hof- und
Staatsbibliothek zu München, Klein-Octav, Pei-gament, enthält
87 Blätter, am Schluss ein angeheftetes Deckblatt mit neumierten
liturgischen Texten des 13. Jahrhunderts. Die Handschrift
besteht aus mehreren Partien, welche von verschiedenen
Händen zu verschiedenen Zeiten aufgezeichnet sind. Ich zähle
sie der Reihe nach auf, so weit ich sie mit Sicherheit zu unterscheiden
glaube.
1. f. l ;l1 —5 al , zweispaltig, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts
beschrieben («). Die Spalten sind eingerahmt, die
Linien mit Tinte gezogen. Die Schrift ist klein, zierlich und
regelmässig, kein Roth ist angewandt. In meinem Text I.
2. 5 al -—6 b2 , noch die Hand a, welche die Glaubenspunkte
aufzählt und erörtert, die den Christen vom Häretiker unterscheiden.
3. 6 bä — 7 b2 , Fortsetzung des vorigen und zwei lateinische
Predigten über Vox exulta und Transite ad me omnes qui concupiscunt
etc. Hand ß.
4. 8 al -—8 b2 Beichtvorschriften von Hand a. Darnach ein
Defect; wieviel Blätter fehlen, lässt sich nicht bestimmen.
5. 9“—12 b , lateinische Predigten, Hand y. Ohne Spaltentheilung.
Darauf ein nicht näher zu begrenzender Defect.
6. 13 a —17 b , lateinische Predigten von verschiedenen, rasch
und mitten im Context wechselnden Händen.
7. 18 al —21 b2 , Sündenerklärungen, kurze Predigten von ß.
Zweispaltig. .