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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

geätissert,  indem  er  in  der  Verbindung  der  Worte  ceteris
ramosus  praetenui  surculo  einen  Widerspruch  fand  und  daher
eine  Umstellung  vornehmen  wollte:  praetenui  surculo,  ceteris
ramosus.  1  Dieser  Einwurf  nun  zwar  ist  nicht  zutreffend;  denn
wenn  die  beiden  Eigenschaften  auch  verschieden  sind,  so
schliessen  sie  einander  doch  nicht  aus  und  jedenfalls  gilt,
auch  abgesehen  von  den  fraglichen  Worten,  nach  der  Darstellung ­
  des  Plinius  von  einigen  Hülsenfrüchten  beides,  dass
sie  surculosa 2  und  zugleich  rarnosa  sind,  mag  man  nun  ex  Ms
allgemein  von  allen  legumina  oder  von  dem  nach  Ausschluss
der  faba  verbleibenden  Reste  verstehen.  Dagegen  trifft  unleugbar ­
  die  Stelle  der  Tadel  lästiger  Wiederholung.  Dass  ein
Theil  der  legumina  rarnosa  sei,  war  schon  bemerkt:  ex  Ms
ramosa  cicer  etc.  Warum  es  noch  einmal  sagen?  Das  fiele
jedoch  an  sich  nicht  allzuschwer  ins  Gewicht,  da  ähnliche
Wiederholungen  bei  Plinius  Vorkommen,  wenn  nicht  die  Art
der  Anfügung  eine  ganz  und  gar  verkehrte  wäre.  Diese  ist
nämlich  nach  allen  Manuscripten  mit  einziger  Ausnahme  von
F 2  entweder  durch  et  oder  durch  sed  bewerkstelligt  und  weder
das  eine  noch  das  andere  ist  passend.  Dass  es  et  nicht  ist,
braucht  nicht  näher  begründet  zu  werden;  aber  auch  sed  ist
verkehrt,  da  die  Einheit  des  Stengels  weder  das  Gemeinsame
der  gegenübergestellten  legumina  ist,  noch  in  der  Verästung,
sondern  nur  in  der  Mehrheit  der  Stengel  ihren  Gegensatz
haben  kann.

1  Pintianus  bemerkt:  Cum  sit  non  exigua  differentia  inter  ramosum  et
surculosum,  qua  ratione  consistet  haec  sententia:  ceteris  ramosus  praetenui ­
  surculo  ?  Videntur  enim  verba  inter  se  pugnare.
2  Die  Bedeutung  von  surculosus  ergibt  sich  aus  §.  51,  wo  legumina  ovinia
singulas  liabent  radices  praeter  fabam,  easque  surculosas,  quia  non  in
mulla  dividantur  genau  mit  Theophr.  Hist,  plant.  8,  2,  3  iibereinstimmt:
pKav  Se  ’iyji  xa  pev  '/Jbpor.x  r.mza  %o\wbri  xai  piav.  Vgl.  ausserdem  Plin.
18,  148;  19,  98;  12,  89;  21,  59.  Was  übrigens  an  der  ersten  Stelle  des
Plinius  (18,  51)  den  Zusatz  praeter  fabam  anlangt,  so  scheint  der  auf  einem
Missverständniss  seiner  Quelle  zu  beruhen.  Theoplirast  sagt  a.  a.  O.
einige  Zeilen  weiter:  ayibbv  o'e  xai  Evavxftoak  xi;  Exaxfpwv  iaxl  •  xa  piv
yap  '/{SporM  povoppii(a  o’vxa  "oi./.ac  avtoGev  ir.b  xwv  xauXcuv  cOTOtpuaEi?
nXrj'j  xuäpou.  Plinius  scheint  durch  ein  Versehen  beim  Excerpiren  auf
die  Wurzel  übertragen  zu  haben,  was  sich  auf  die  Ranken  des  Stengels
bezog.
            
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