Emendationen zur Naturalis Ilistoria des Plinius. III.
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Satztlieile unhaltbar; denn er nimmt inpendio dimidio als
Ablativi consequentiae. Das wäre also, da schon in dem verkürzten
Nebensatze der Aufwand, nicht etwa blos das Gewicht
bestimmt ist, ein identischer Satz: ,Da der Aufwand höchstens
die Hälfte beträgt, so kommt das Aufführen billiger.' Inpendio
dimidio gehört vielmehr zum Comparativ minoris als Ablativ
der Massbestimmung und minima lavitate kommt hier der Bedeutung
nach einem minimum gleich. Es hat also das Comma
hinter dimidio zu entfallen und das Ganze heisst: er wird bei
seiner geringsten Leichtigkeit, d. i. bei seinem grössten Gewichte
um den halben Aufwand billiger aufgeführt als die
übrigen Arten.
17, 46.
Tertium genus candidae glisomargam vocant. est autem
creta fullonia mixta pingui terra, pabuli quam frugum fertilior,
ita ut messe sublata ante sementem alteram laetissimum secetur.
dum in fruge est, nullum aliud gramen emittit.
Wie immer sich Plinius die Ernährung der Pflanzen und
speciell die Aufnahme der Düngungssubstanzen durch-dieselben
möge gedacht haben, eine so einfältige Vorstellung, wie sie
der lateinische Ausdruck dum in fruge est voraussetzt, kann
er von dem Processe nicht gehabt haben. Um den Wortlaut
nicht ganz verkehrt zu finden, müsste man Wesentliches in
denselben hineininterpretiren, indem man ihm die Bedeutung
beilegte: ,so lange der Mergel in der Frucht, d. h. in der
Ernährung derselben wirksam ist.' Mir ist nicht bekannt, dass
dies ein Lateiner so ausgedrückt hätte. Und vergleicht man
§. 48 primo plus aspera et quae in herbas non effunditur, 1 so
wird man kaum zweifeln, dass auch hier Plinius nicht dum
in fruge est geschrieben habe, sondern:
dum in frugem exit.
Aehnlich, nur von der Pflanze selber, ist exire gebraucht
11, 109 ne rursus in frugem exeant. 12, 125; 17, 173; 19, 114;
166 und so auch das einfache ire 19, 149; 18, 159; 17, 197.
Cato 161, 3.
1 §. 43 sagt Plimus vom Diingor alit fruges, §. 54 gignit, 19, 149 creat,
Andere ausserdem progenerat herbas (Colum. 2, 14, 9; Pallad. 1, 33, 2),
facit herbam (Varro 1, 38, 3).
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