Emendationen zur Naturalis Historia des Plinius. III.
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16, 248.
(Visci acini) siccantur deinde et aridi tunduntur ac conditi
in aqua putrescunt duodenis fere diebus, unumque hoc rerum
putrescendo gratiam invenit. inde in profluente, rursus malleo
tusi, amissis corticibus interiore carne lentescunt.
Vor malleo bieten alle Handschriften übereinstimmend
noch a, was die Editoren unbeachtet gelassen haben, wohl mit
Rücksicht darauf, dass die Präposition a auch anderwärts in
unserer Ueberlieferung sich zum Ablativus Instrumenti als
fremder Zusatz gesellt hat. Doch lasst sich daraus keine
Regel für die Behandlung ableiten, vielmehr muss jeder einzelne
Fall nach der besonderen Beschaffenheit der Ueberlieferung
beurtheilt und darnach festgestellt werden, ob das a
leichter als Ueberbleibsel eines verstümmelten Wortes oder als
fremder Zusatz erklärbar sei. Und da scheint mir an der vorliegenden
Stelle Ersteres zu gelten, indem aqu neben am oder
qua neben ma (aquama) leicht übersehen werden konnte, so
dass zu schreiben wäre:
inde in profluente rursus aqua malleo tusi etc. 1
17, 29.
Inter argumenta stipulae crassitudo est, tanta alioqui in
Leborino Campaniae nobili campo, ut ligni vice utantur. sed id
solum ubicumque arduum opere, difficili cultu, bonis suis acrivs
paene quam vitiis posset adfligit agricolam. et carbuncidus, quae
terra ita vocatur, emendari vite macra videtur. nam tofus natura
friabilis expetitur quoque ab auctoribus.
So lautet der vorletzte Satz in der Vulgata in Uebereinstimmung
mit Cod. E. Das ist offenbar verkehrt. Dass ein
ager carbunculosus magere Reben hervorbringe, sagt Columella
3, 11, 9 carbuncidosum agrum, nisi stercore adiuves, macras
vineas efficere dixerunt. Aber dass ein Boden, der magere
Reben hervorbringt, eben indem er dies thut und nur dadurch
’ Nur um einem Missverständnisse vorzubeugen, bemerke icii noch ausdrücklich,
dass ich nicht etwa an dem nackten profluente Anstoss nehme
(vgl. z. B. 17, 61), sondern lediglich vom handschriftlichen Standpunkt
aus die Aufnahme von aqua empfehle.
Sit/.nngsher. d. phil.-hist. CI. XCIV. Bd. I. Hft. 11