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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Kant  und  der  Spiritismus,

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Interesse  an  dessen  Persönlichkeit  erschöpft.  Er  führt  denselben
später  nur  noch  einmal  (Anthrop.  §.  36,  X.  S.  201)  an,  um  durch
ihn  seinen  Begriff  der  ,Schwärmerei'  zu  illustriren.  Wie  er
an  Mendelssohn  schrieb  (Kirckrn.  a.  a.  0.  S.  385),  hatte  er  die
Beschäftigung  mit  ihm  in  einem  ,widersinnigen'  Gemüthszustand
  begonnen,  da  er  sich  weder  einer  kleinen  Anhänglichkeit ­
  an  Geschichten  dieser  Art,  noch  einiger  Vermuthung  an
die  Richtigkeit  seiner  Vernunftgründe  dafür  zu  entschlagen
vermochte,  aber  dieselbe  zuletzt  ,mit  Unwillen'  verlassen,  da
er  sich  von  der  Fruchtlosigkeit  der  Hoffnung,  seinen  ,Vernunfttraum' ­
  durch  ,Erfahrung'  bestätigt  zu  finden,  überzeugt  hatte.
Weil  er  es  für  ein  ,ebenso  dummes  Vorurtheil  hielt,  von
Vielem,  was  mit  einigem  Scheine  der  Wahrheit  erzählt  wird,
Nichts,  als  von  dem,  was  das  gemeine  Gerücht  sagt,  Alles
zu  glauben',  so  liess  sich  Kant,  wie  er  ,mit  einer  gewissen
Demüthigung'  bekennt,  ,von  dem  letzteren  Vorurtheil  mitschleppen, ­
  um  dem  ersteren  auszuweichen'.  Als  er  in  der  Erfahrung, ­
  wie  Mancher  vor  ihm  und  nach  ihm,  dasjenige  nicht
fand,  was  er  wie  diese  nach  dem  Zeugniss  seiner  metaphysischen ­
  ,Träume'  gern  gefunden  hätte,  hielt  er  es,  was  zu
Nutz  und  Frommen  gewisser  Bestrebungen  der  Gegenwart,  die
sich  zur  Rechtfertigung  ihres  Beginnens  auf  sein  Beispiel  zu
stützen  wagen,  hier  wiederholt  sein  mag,  ,für  vernünftig,  sich
mit  dergleichen  vorwitzigen  oder  müssigen  Fragen  gar
nicht  zu  benemen  und  sich  an  das  Nützliche  zu  halten'.
Dennoch  hielt  Kant  die  Zeit,  die  er  für  seine  Person  der
Beschäftigung  mit  der  Frage  nach  der  Existenz  einer  uns
immer  jenseitig  bleibenden  Welt  gewidmet,  nicht  für  verloren.
Die  Metaphysik,  ,in  die  er  nun  einmal  das  Unglück  habe,  verliebt ­
  zu  sein',  gewähre  zweierlei  Vortheile:  der  erste  sei,  denen
Aufgaben  ein  Genüge  zu  thun,  die  das  forschende  Gemüth
aufwirft,  wenn  es  verborgenen  Eigenschaften  der  Dinge  durch
Vernunft  nachspäht;  der  andere  bestehe  darin,  einzusehen,  ob
die  Aufgabe  aus  demjenigen  was  man  wissen  kann,  auch  bestimmt ­
  sei  und  welches  Verhältniss  die  Frage  zu  den  Erfahrungsbegriffen ­
  habe,  darauf  sich  alle  unsere  Urthcile  jederzeit  stützen
müssen.  Jenen  durch  seine  Beschäftigung  mit  dem  ,undankbaren' ­
  Stoff,  den  er  bearbeitet  habe,  erreicht  zu  haben,  könne
er  sich  nicht  rühmen;  dagegen  glaube  er  dem  andern,  welcher
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