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Zimmermann.
als er mehrere Jahre nachher und (wie er an Mendelsohn
schreibt: S. Kirchm. a. a. 0. S. 385) ,im Unwillen' die ,Träume
eines Geistersehers' niederschrieb, das Jahr, in welchem er
durch seinen englischen Freund, gleichsam aus Swedenborg’s
eigenem Mund, die authentische Bestätigung des Ereignisses
empfing, mit dem Jahr, in welchem dieses selbst stattgehabt
habe, zu verwechseln?
Dem sei wie ihm wolle. Jedenfalls ist Kant’s Brief vor
der Abfassung der ,Träume' und zu einer Zeit geschrieben,
da dieser Swedenborg’s Lehre und Schriften nur vom Hörensagen
kannte. Derselbe ist ein Beweis, dass Kant, wie es
nach seiner damaligen Denkweise zu erwarten war, Mittheilungen
aus der Geisterwelt zwar mit berechtigtem Misstrauen,
keineswegs aber, wie die ,Aufklärer' unter seinen Zeitund
Berufsgenossen, mit schroffer Ablehnung entgegenkam.
Wenn er sich ,Geschichten von Erscheinungen und Handlungen
aus der Geisterwelt' gegenüber ,der Regel der gesunden Vernunft
gemäss' auf die ,verneinende' Seite stellt, so geschieht
es nicht, weil er ,vermeint, die Unmöglichkeit davon eingesehen
zu haben (denn wie wenig ist uns doch von der Natur eines
Geistes bekannt?)', sondern ,weil sie insgesammt nicht genugsam
bewiesen sind'. Kant glaubt nicht an die Existenz eines
pneumatischen Geisterreiches in der Weise, dass dieselbe für
ihn keiner Bestätigung durch unbezweifelbare Erfahrungen bedürfte
; aber er glaubt eben so wenig an deren Nichtexistenz
in der Weise, dass er selbst durch unzweifelhafte Erscheinungen
nicht von der Wirklichkeit desselben sich überführen Hesse.
Weder sein Glaube noch sein Unglaube ist objectiv, d. i. der
eine auf die Einsicht in die Nothwendigkeit, der andere auf
solche in die Unmöglichkeit aus Vernunftgründen gestützt;
der Unglaube, den er wirklich hat, sein Glaube, wenn er
solchen hätte, ist oder wäre lediglich subjectiv, jener auf
Einsicht in deren Nichtwirklichkeit, dieser auf solche in deren
Wirklichkeit aus Erfahrungsgründen gebaut. Kant nimmt
in der Frage der Existenz der Geisterwelt weder den dogmatisch
bejahenden Standpunkt der rationalen Spiritualisten, noch den
dogmatisch verneinenden der rationalistischen ,Aufklärer', überhaupt
weder einen rein rationalen (aus a priorischen Gründen
deducirenden), noch einen rein ontologischen (über Sein und