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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Kant  und  der  Spiritismus.

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unglücklich  ausfielen  und  seine  vertrautesten  Freunde  und
politischen  Rathgeber  aufs  Blutgerüst  brachten,  wurden  vom
Adel  auf  den  Einfluss  dieser  energischen  Fürstin  zurückgeführt
und  demselben  von  Seiten  einer  mächtigen  Partei  im  Lande
entgegengearbeitet.  Auch  Swedenborg’s  Name  wird  bei  dieser
Gelegenheit  genannt,  und  von  einem  Berichterstatter  (dem
Ritter  Beylon)  sogar  dessen  Begegnung  mit  der  Königin  in
Verbindung  mit  den  Bemühungen  des  feindseligen  Adels  gebracht, ­
  dieselbe  von  weiterer  Theilnahme  an  der  Regierung
zurückzuschrecken.  Nach  dem  Tode  ihres  Gemahls  (1771)
besuchte  sie  wiederholt  ihre  Vaterstadt  Berlin,  wo  sie  nach
ihrer  Gewohnheit  Gelehrte  und  Schriftsteller  an  ihre  Tafel  und
in  ihre  zwanglosen  Gesellschaften  zog,  und  bei  einer  solchen
Gelegenheit  Mehreren,  darunter  den  Akademikern  Thiebault
und  Merian,  auf  deren  Befragen  die  Wahrheit  jener  Begebenheit ­
  mit  Swedenborg  bezeugt  haben  soll.
Wenn  daher  der  Herausgeber  der  Urkunden  zu  Swedenborg’s ­
  Leben,  Tafel  (Tüb.  1839.  S.  112),  dies  in  den  ,Träumen'
erzählte  und  das  in  dem  Briefe  erwähnte  Ereigniss  für  verschieden ­
  hält,  so  scheint  dies  auf  einem  leicht  widerleglichen
Irrthume  zu  beruhen.  Denn  die  von  Kant  an  beiden  Orten
angegebenen  Umstände,  wie  er  zur  Kenntniss  des  von  ihm
Erzählten  gekommen  sei,  stimmen  so  vollkommen  überein,
dass  es  unmöglich  wird,  an  der  Identität  beider  Begebenheiten
zu  zweifeln.  An  beiden  Orten  sagt  Kant,  sein  Gewährsmann
habe  die  Nachricht  aus  einem  Briefe  geschöpft,  den  der  Gesandte ­
  einer  fremden  Macht  an  demjenigen  Hof,  welcher  der
Schauplatz  des  Ereignisses  war,  als  dessen  unmittelbarer  Zeuge
an  den  Gesandten  einer  andern  Macht  ,in  Kopenhagen'  gerichtet ­
  habe.  Dass  er  in  dem  Privatbriefe  den  Hof  und  die
Fürstin  nebst  den  Gesandten  und  deren  Mächten  mit  Namen
nennt,  in  dem  gedruckten  und  noch  bei  Lebzeiten  der  Königin
und  in  den  Staaten  ihres  Bruders  erschienenen  Buche  dagegen
mit  allgemein  lautenden  Bezeichnungen  sich  begnügt,  lässt  sich
vielleicht  unschwer  aus  der  Reserve  erklären,  welche  der  Königsberger ­
  Privatdocent  Mitgliedern  der  preussischen  Herrscherfamilie ­
  gegenüber  sieb  aufzuerlegen  für  nöthig  hielt.  Der  Beisatz ­
  ,in  Kopenhagen'  (a.  a.  0.  III.  S.  90)  hebt  jeden  Zweifel
gänzlich.  Kant’s  Berichterstatter,  ein  Freund  und  ehemaliger
            
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