Kaut und der Spiritismus.
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durch die g-leiclilautende Wahrnehmung eines zweiten , Sehers'
erfordert. Dagegen war, die Wahrheit der Aussage Swedenborg’s
durch den empirischen Augenschein als bewiesen angenommen,
die Wahrheit seiner Versicherung, dieselbe durch Geistermittheilung
empfangen zu haben, nun erst zu erweisen.
Es lässt sich feststellen, welches die erste Nachricht war,
die Kant über Swedenborg’s Wundererscheinungen erhielt; die
Zeit, wann er dieselbe empfing, hat unter den Anhängern
Swedenborg’s und den Freunden Kant’s zu einem Streithandel
geführt, in dessen Verlauf deren Charakter, ja selbst Kant’s
eigener von den Ersteren angetastet worden ist. Die wunderliche
Begegnung des schwedischen Geistersehers mit der
schwedischen Königin Luise Ulrike, der Schwester Friedrich
des Grossen, welcher er auf ihr Verlangen Dinge mitgetheilt
haben soll, von denen sie glaubte, dass dieselben ausser ihr
selbst und ihrem seitdem verstorbenen Bruder Niemandem bekannt
sein könnten, war die erste, die ihm bekannt wurde,
und zwar auf eine Art, dass er sich nicht entschliessen konnte,
dieselbe wie andere Begebenheiten aus der Geisterwelt kurzweg
in das Reich der unbegründeten Sage zu verweisen. Der
Brief aber, in dem er über dieselbe berichtet, und der in
seinen sämmtlichen Werken enthalten ist, stellt eines der
wichtigsten Zeugnisse über Kant’s Verhältniss zum Spiritismus
dar und ist von Verschiedenen in sehr verschiedenem Sinne
ausgelegt und demgemäss auch in sehr verschiedene Zeiten
verlegt worden.
Da es hier nicht darauf ankommt, Swedenborg’s, sondern
Kant’s Verhalten zur Geisterwelt zu erörtern, so wird es genügen,
den Inhalt jener zu ihrer Zeit viel besprochenen Begebenheit
kurz und in derjenigen Form anzuführen, in der er
Kant selbst bekannt und von ihm, der den Anhängern Swedenborg’s
als Zeuge für denselben gilt, privatim und öffentlich
weiter erzählt worden ist. Die Königin von Schweden, die von
Swedenborg’s Verkehr mit Verstorbenen gehört hatte und an
denselben nicht glaubte, bekam Lust, diesen auf die Probe zu
stellen und liess ihn durch einen ihrer Vertrauten an den Hof
bescheiden. Nachdem sie ihm hier in Gegenwart ihres Gemahls,
des Königs Adolf Friedrich, einige Fragen vorgelegt und sich
zuletzt auch erkundigt hatte, ob es wahr sei, dass er mit den