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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Kant  und  der  Spiritismus.

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Ist  es  hier  die  Seltenheit  ,seherischer'  Individuen,  die  aus
Vernunftgründen  erklärlich,  so  ist  es  andererseits  die  Uebertragung
  der  aus  dem  pneumatischen  Dasein  stammenden  in  die
dem  menschlichen  angehörige  Gedankenwelt,  die  aus  Vernunftgründen ­
  nicht  unmöglich  scheint.  Die  Ungleichartigkeit  der
geistigen  und  derjenigen  Vorstellungen,  welche  zum  leiblichen
Leben  des  Menschen  gehören,  darf  keineswegs  so  weitgehend  gedacht ­
  werden,  dass  durch  sie  die  Möglichkeit  aufgehoben  werde,
sich  ,bisweilen'  der  Einflüsse  der  Geisterwelt  ,sogar  in  diesem
Leben'  bewusst  zu  werden.  Denn  da  die  Substanz,  die  zu
jener  und  zu  dieser  Welt  gehört,  als  ,dieselbe'  gedacht  werden
muss,  so  müssen  auch  ,beiderlei'  Arten  von  Vorstellungen,  die
,geistigen'  und  ,die  dem  leiblichen  Leben  ungehörigen',  da  sie
,demselben'  Subject  angehören,  unter  einander  ,verknüpft',  oder
wie  Kant,  als  wäre  beides  gleichbedeutend,  auch  sagt,  unter
einander  ,verwandt'  sein.  Beide  Annahmen  stehen  mit  der
früher  ausgesprochenen  Behauptung  der  völligen  Isolirtheit
beider  Gedankenwelten,  obgleich  beide  in  demselben  Subjecte
vereinigt  seien,  im  Widerspruch,  die  zweite  aber  noch  mehr
als  die  erste.  Gehören  die  beiden  in  demselben  immateriellen
Wesen  vorhandenen  Gedankenwelten,  jene,  die  ihm  als,geistigem',
diese,  die  ihm  als  ,organischem'  Wesen  eigen  ist,  qualitativ  unterschiedenen ­
  Arten  an,  wie  nach  dem  Gegensatz  des  Materiellen
und  Immateriellen  wohl  vorausgesetzt  werden  darf,  so  können
die  Elemente  jeder  derselben,  weil  sie  in  demselben  Subject
zusammen  sind,  nach  dem  Gesetz  der  Vergesellschaftung  gleichzeitiger
  Vorstellungen,  mit  simultanen  Elementen  der  anderen
,verknüpft',  aber  sie  können,  da  beide  verschiedenen  Arten
angehören,  nicht  um  ihrer  (nicht  existirenden)  Verwandtschaft
willen,  nach  dem  Gesetz  der  Vergesellschaftung  ähnlicher  oder
contrastirender  Gedanken,  mit  einander  ,associirt'  werden.
Wenn  Kant  daher  sagt,  dass  Einflüsse  von  Seiten  der  Geisterwelt ­
  schon  während  dieses  Lebens  in  das  persönliche  Leben
des  Menschen  dadurch  ,übergehen'  könnten,  dass  sie,  da  sie
nicht  ,unmittelbar'  (offenbar  der  qualitativen  Unterschiedenheit
beider  wegen)  in  dasselbe  eingehen  können,  mittelbar,  d.  i.
durch  Erregung  ,verwandter'  Bilder  und  ,analogischer'  Vorstellungen ­
  unserer  Sinne,  ,die  wohl  nicht  der  geistige  Begriff
selbst,  aber  doch  dessen  Symbole  sind',  in  dasselbe  gelangen,
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