Kant und der Spiritismus.
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Ist es hier die Seltenheit ,seherischer' Individuen, die aus
Vernunftgründen erklärlich, so ist es andererseits die Uebertragung
der aus dem pneumatischen Dasein stammenden in die
dem menschlichen angehörige Gedankenwelt, die aus Vernunftgründen
nicht unmöglich scheint. Die Ungleichartigkeit der
geistigen und derjenigen Vorstellungen, welche zum leiblichen
Leben des Menschen gehören, darf keineswegs so weitgehend gedacht
werden, dass durch sie die Möglichkeit aufgehoben werde,
sich ,bisweilen' der Einflüsse der Geisterwelt ,sogar in diesem
Leben' bewusst zu werden. Denn da die Substanz, die zu
jener und zu dieser Welt gehört, als ,dieselbe' gedacht werden
muss, so müssen auch ,beiderlei' Arten von Vorstellungen, die
,geistigen' und ,die dem leiblichen Leben ungehörigen', da sie
,demselben' Subject angehören, unter einander ,verknüpft', oder
wie Kant, als wäre beides gleichbedeutend, auch sagt, unter
einander ,verwandt' sein. Beide Annahmen stehen mit der
früher ausgesprochenen Behauptung der völligen Isolirtheit
beider Gedankenwelten, obgleich beide in demselben Subjecte
vereinigt seien, im Widerspruch, die zweite aber noch mehr
als die erste. Gehören die beiden in demselben immateriellen
Wesen vorhandenen Gedankenwelten, jene, die ihm als,geistigem',
diese, die ihm als ,organischem' Wesen eigen ist, qualitativ unterschiedenen
Arten an, wie nach dem Gegensatz des Materiellen
und Immateriellen wohl vorausgesetzt werden darf, so können
die Elemente jeder derselben, weil sie in demselben Subject
zusammen sind, nach dem Gesetz der Vergesellschaftung gleichzeitiger
Vorstellungen, mit simultanen Elementen der anderen
,verknüpft', aber sie können, da beide verschiedenen Arten
angehören, nicht um ihrer (nicht existirenden) Verwandtschaft
willen, nach dem Gesetz der Vergesellschaftung ähnlicher oder
contrastirender Gedanken, mit einander ,associirt' werden.
Wenn Kant daher sagt, dass Einflüsse von Seiten der Geisterwelt
schon während dieses Lebens in das persönliche Leben
des Menschen dadurch ,übergehen' könnten, dass sie, da sie
nicht ,unmittelbar' (offenbar der qualitativen Unterschiedenheit
beider wegen) in dasselbe eingehen können, mittelbar, d. i.
durch Erregung ,verwandter' Bilder und ,analogischer' Vorstellungen
unserer Sinne, ,die wohl nicht der geistige Begriff
selbst, aber doch dessen Symbole sind', in dasselbe gelangen,
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