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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

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Zimmer  mann.

Beide  Weisen  des  Daseins,  obgleich  simultan  und  in  demselben ­
  immateriellen  Wesen  vereinigt,  würden  doch  ihrer
qualitativen  Verschiedenheit  halber  im  gewöhnlichen  Lauf  der
Dinge  einander  fremd  bleiben  müssen.  So  wenig  ein  Wesen,
welches  der  Existenz  nach  einem  Raume  von  drei  Dimensionen ­
  angehört,  sich  eine  Vorstellung  von  einem  Raume  von
mehreren  ,Abmessungen-',  also  auch  nicht  von  der  Art  und
Weise  der  Existenz  eines  einem  solchen  ungehörigen  Wesens
zu  bilden  vermöchte,  so  wenig  vermöchte  dasselbe  immaterielle
Wesen  in  seiner  Denk-  und  Daseinsweise  als  ,Seele 1  von  dessen
Denk-  und  Daseinsweise  als  ,Geist 1  und  umgekehrt  sich  eine
sachentsprechende  Vorstellung  zu  machen.  Die  Vorstellung,
heisst  es  (a.  a.  0.  S.  70),  welche  die  Seele  des  Menschen  von
sich  selbst,  als  einem  Geiste,  durch  ein  immaterielles  Anschauen
  hat,  in  der  sie  sich  im  Verhältniss  zu  Wesen  von
ähnlicher  (Geister-)  Natur  betrachtet,  ist  von  derjenigen  ganz
verschieden,  die  ihr  Bewusstsein  sich  selbst  als  Menschen
vorstellt,  durch  ein  Bild,  das  seinen  Ursprung  aus  dem  Eindruck ­
  körperlicher  Organe  hat,  und  welches  Verhältniss  gegen
keine  anderen  als  materiellen  Dinge  vorgestellt  wird.  Es  ist
daher  ,zwar  einerlei  Subject,  was  der  sichtbaren  und  unsichtbaren ­
  Welt  zugleich  als  ein  Glied  angehört,  aber  nicht  eben
dieselbe  Person 1  (einmal  könnte  man  sagen  als  ,Erdgeist 1 ,  das
anderemal  als  ,Spirit 1 );  denn  ,die  Vorstellungen  der  einen  sind,
ihrer  verschiedenen  Beschaffenheit  wegen,  keine  begleitenden
Ideen  der  anderen 1 ;  daher  ,wird,  was  ich  als  Geist  denke,  von
mir  als  Mensch  nicht  erinnert,  und  umgekehrt  kommt  mein
Zustand  als  eines  Menschen  in  die  Vorstellung  meiner  selbst
als  eines  Geistes  gar  nicht  hinein 1 .
Kant  selbst  erläutert  (a.  a.  0.  S.  71)  dieses  Doppeldasein
desselben  Wesens  als  menschliche  ,Seele 1  und  ,Geist 1  durch
,eine  gewisse  Art  zweifacher  Persönlichkeit,  die  der  Seele
selbst  in  Ansehung  dieses  Lebens  zukomme 1 .  Die  Vorstellungen,
die  wir  im  tiefen  Schlafe  haben  und  deren  wir  uns  nach  dem
Erwachen  nicht  mehr  erinnern,  stellen,  mit  denen,  die  wir  im
Wachen  haben,  verglichen,  gleichsam  ein  abgesondertes,  für
das  Bewusstsein  des  Vorhandenen  so  gut  wie  nicht  vorhandenes ­
  Leben  der  Seele  dar,  während  dessen  der  Schlafende
gleichsam  eine  ,andere  Person 1  ist.  Aber  er  ist  zugleich  geneigt,
            
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