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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

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Ziramerraann.

wesentliches  Merkmal  in  der  Erfüllung  des  Raumes  durch  eine
nothwendige  Kraft  besteht,  die  durch  äussere  Gegenwirkung
beschränkt  ist,  ,auf  dem  inneren  Vermögen  beruhen,  sich  selbst
nach  Willkür  zu  bestimmen'.  Da  nun  der  Zustand  Alles  dessen,
was  materiell  ist,  äusserlich  abhangend  und  gezwungen  sei,
so  könne,  lehrt  er,  dasjenige,  was  selbstthätig  und  aus  seiner
Kraft  wirksam  den  Grund  des  Lebens  enthalten  soll,  ,schwerlich' ­
  materieller  Natur  sein.  Ob  das  ,Principium  des  Lebens'
deshalb  ,immaterieller'  Natur  sein  müsse,  wagt  er  zwar  nicht
,mit  der  Deutlichkeit  einer  Demonstration'  zu  behaupten,  aber
es  ,scheint'  ihm  zu  sein.  Wäre  dasselbe  materieller  Natur,  so
müsste  es  nicht  nur  nach  seiner  Erklärung  desselben  ,als
Bestandtheil  den  Klumpen  und  die  Ausdehnung  der  leblosen
Materie  vermehren',  sondern  auch  von  dieser  ,nacli  den  Gesetzen ­
  der  Berührung  und  des  Stosses  leiden'.  Beides  wird
von  ihm  durch  Hinweisung  auf  das  Lebensprincip  des  lebendigen ­
  Menschen  widerlegt.  Träte  dasselbe  als  ,Bestandteil'
zu  dem  ,Klumpen  und  der  Ausdehnung'  der  leblosen  Körpermasse ­
  hinzu,  so  müsste  sich,  meint  er,  ein  Ort  angeben
lassen,  welchen  dasselbe  abgesondert  von  dem  Orte  der
letzteren  behauptete.  Gäbe  es  aber  einen  solchen,  einen  sogenannten ­
  ,Sitz  der  Seele',  so  müssten  wir  auch  ein  Bewusstsein
davon  haben,  und  nicht,  wie  die  ,gemeine  Erfahrung'  zeige,
von  dem  Gegenteil:  denn  statt.zu  fühlen,  wo  ich  bin,  bin
ich  vielmehr  überall,  wo  ich  fühle.  ,Ich  bin  es  selbst,  der  in
der  Ferse  leidet,  und  welchem  das  Herz  im  Affecte  übergeht.
Ich  fühle  den  schmerzhaften  Eindruck  nicht  an  einem  Gehirnnerven, ­
  wenn  mich  mein  Leichdorn  peinigt,  sondern  am  Ende
meiner  Zehe.'  Freilich,  was  Kant  übersehen  hat,  letzteres  auch
dann,  wenn  z.  B.  in  Folge  einer  Amputation  diese  Zehe  nicht
mehr  an  meinem  Leibe  vorhanden  ist.  Da  ich  in  solchem
Falle  auch  fühle,  wo  ich  offenbar  nicht  sein  kann,  so  folgt,
dass  daraus,  weil  ich  mich  überall  fühle,  eben  so  wenig  geschlossen ­
  werden  dürfe,  dass  ich  überall  sei,  als  dass  der  Umstand, ­
  dass  ich  nicht  fühle,  wo  der  Sitz  meines  Empfindens
sei,  mich  zu  der  Folgerung  berechtige,  dass  er  nirgends  sei.
Kant  folgert  dagegen,  dass  das  ,Lebensprincip',  die  Seele,
,ganz  im  ganzen  Körper  und  ganz  in  jedem  seinen  Theile'  d.  h.
dass  dieselbe  kein  zu  den  Atomen  des  Leibes  hinzugefügtes
            
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