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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Kant  und  der  Spiritismus.

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Unmöglichkeit,  und  es  wäre  ,unnützlich',  sich  mit  derselben  zu
beschäftigen,  wenn  sich  deren  höchste  Unwahrscheinlichkeit
darthun  Hesse.  Keines  von  beiden  ist  der  Fall.  Dasselbe,  was
von  der  Vielheit  der  existirenden  Welten  und  Raumesarten
gilt,  lässt  sich  auch  von  der  Existenz  eines  Nicht  -  Physischen
behaupten.  Dasselbe  wäre  nur  dann  unmöglich,  wenn  es  zum
Begriff  eines  Nicht-Physischen  (z.  B.  eines  Geistes)  gehörte,
einen  Raum  so  einzunehmen,  dass  ein  Physisches  denselben
nicht  gleichzeitig  einnehmen  könnte,  ohne  dass  eines  durch
das  andere  von  seinem  Platze  verdrängt  würde.  Denn  da  das
gesammte  Universum,  das  wir  kennen,  physisch  (d.  i.  mit
Materie  erfüllt)  ist,  so  wäre  im  Falle,  dass  Nicht  -  Physisches
eines  besonderen  Raumes  bedürfte,  innerhalb  des  Weltraumes
kein  Platz  für  dasselbe.  Aber  die  Undurchdringlichkeit  ist
nur  eine  Eigenschaft  des  Physischen,  nicht  des  Nicht-Physischen.
Der  Umstand,  dass  der  Weltraum,  den  wir  kennen  (der  dreidimensionale) ­
  mit  Materie  erfüllt  ist,  legt  der  Existenz  eines
Nicht-Physischen  innerhalb  desselben  Raumes  so  wenig  ein
Hinderniss  in  den  Weg,  als  in  der  Thatsache,  dass  wir  einen
dreidimensionalen  Raum  kennen,  ein  Hinderniss  liegen  kann,
dass  nebst  diesem  ein  Raum  ganz  anderer  Dimensionen,  oder
eine  völlig  raumlose  Welt  vorhanden  sei.
Wenn  er  sich  auch  seiner  ,Erweislichkeit'  halber  zunächst
mit  demjenigen  Theile  unseres  Weltalls  zu  thun  machte,  dessen
Erkenntniss  auf  der  Vereinigung  von  ,Erfahrung  und  Geometrie'
beruhe,  so  blieb  sein  eigentliches  Absehen  seiner  Unerweislichkeit ­
  ungeachtet  doch  auf  denjenigen  gerichtet,  welcher  sich
seiner  UnWahrnehmbarkeit  wegen  der  ,  Erfahrung',  seiner  Unräumlichkeit ­
  wegen  der  ,Geometrie'  entzieht.  Wenn  zur  Erkenntniss ­
  des  physischen  Theiles  des  Weltalls  die  physischen  Sinne
und  die  wissenschaftliche  Beherrschung  der  Gesetze  des  Raumes
hinreichen,  bedarf  es  für  dessen  nicht-physischen  Theil  entweder ­
  nicht-physischer  Sinne,  oder  einer  weder  empirischen
noch  mathematischen,  sondern  einer  Erkenntniss  aus  reiner
Vernunft.  Jene  würde  den  Besitz  eines  Sinnes  erfordern,  der
nicht  wie  die  irdischen  Sinnesorgane  an  die  Bedingungen  der
Materie  und  (sei  es  eines,  wie  der  uns  allein  bekannte,  dreidimensionalen, ­
  sei  es  überhaupt)  eines  Raumes  gebunden  wäre.
Diese  aber  setzt  die  Möglichkeit  voraus,  nicht  nur  die
            
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