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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

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Werner.

IV.  Capitel.
Die  Quellen.
Ueber  diesen  Punkt  handelte  Dr.  Harczyk  im  zweiten
Theile  seines  Aufsatzes  S.  146—173,  ohne  aber  den  Gegenstand ­
  zu  erschöpfen;  ja  man  muss  sogar  sagen,  in  unbefriedigender ­
  Weise.  Er  vermochte  es  nicht,  die  Untersuchung  systematisch ­
  zu  führen;  z.  B.  sagt  er  S.  164  wörtlich:  ,Vers  4609
bis  4736  (W)  Alexander  komt  in  das  Land  Occidratis.  In
dieser  Partie  finden  wir  ganz  merkwürdige  Uebereinstimmungen
mit  dem  Lib.  [=  Hdp],  auch  in  kleinen  Zügen*.  Nun  vergleicht
er  Vers  4626  If.  ir  vihe  unde  ir  wib,  di  sint  von  in  gesclieiden
an  die  breiten  beiden.  Lib.  Filii  vero  et  uxores  eorurn  separati
sunt  ab  illis  cum  animalibus.  Es  heisst  aber  im  PsK  III  5
ausdrücklich:  ei;w6cv  3s  a'uxwv  p.ay.pav  dito  otaox-jp.axo;  ixoXXou  etSs
xkq  yuvaixai;  y.ai  xa  itatSta  auxOv  üq  Ttoijxvia  ^poßdxwv  vsp.op.svai;  und  bei
JV  3,  5  Forum  filii  conjugesque  pascendis  pecudibus  occupantur
und  Ekkehard  liest  genau  ebenso  wie  die  Hdp.  Auch  die  andere
Parallele,  für  die  Harczyk  selbst  zugleich  den  PsK  anführt,
beweist  mehr  für  eine  nähere  Verwandtschaft  von  M  und  dem
Lib.  Doch  ist  auf  einem  solchen  Wege  nicht  viel  Heil  für  die
Frage  zu  erwarten.
Freilich  bietet  die  Erschöpfung  des  Gegenstandes  ihre
grossen  Schwierigkeiten,  denn  die  Untersuchung  über  die  antiken
Quellen  der  Alexandersage  ist  kaum  erst  begonnen.  Wichtige
Darstellungen  liegen  noch  nicht  in  brauchbarer  Gestalt  vor,
während  anderes  bis  jetzt  nur  in  den  Hss.  und  alten,  meist
sehr  verderbten  Drucken  zu  benutzen  ist.  Daher  muss  auch
ich  mich  darauf  beschränken,  das  Einschneidendste  und  Entscheidendste ­
  zu  erwähnen,  um  doch  wenigstens  eine  Sonderung
im  Grossen  und  Ganzen  vorzunehmen.  Dabei  müssen  drei
Theile  unterschieden  werden:  ich  behandle  I.  die  bei  Lambrecht
fehlende,  von  seiner  französischen  Quelle  mit  Absicht  zurückgewiesene ­
  Vorgeschichte,  II.  den  historisch  strengeren  Theil,
der  von  VMB  gemeinsam  überliefert  ist,  III.  die  mehr  sagenhafte ­
  Darstellung  von  Alexanders  Zügen,  welche  in  V  nicht
mehr  erhalten  ist.
            
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