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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

Beitrage  zur  Diplomatik  VII.

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Beziehung  die  Erzbischöfe  von  Salzburg.  Denn  nachdem
Theotmar  schon  unter  Karlmann  diese  Würde  bekleidet  hatte,
war  sie  ihm  unbestritten  unter  Arnolf  und  Ludwig  IV.  bis  zu
seinem  Tode  im  Jahre  907.  Und  indem  sich  auch  sein  Nachfolger ­
  Pilgrim  bis  zum  Ende  Konrads  als  Erzkapellan  behauptet ­
  hatte,  konnte  in  Salzburg  am  ehesten  die  Vorstellung
entstehen,  dass  der  dortige  Metropolit  ein  Anrecht  auf  das
Erzkapellanat  habe.  Aber  erst  unter  Otto  fand  der  dritte
Nachfolger  Pilgrims,  d.  h.  Erzbischof  Herold  Gelegenheit,  sein
Recht  geltend  zu  machen.  Indessen  hatten  die  Erzbischöfe  von
Mainz  ein  wo  möglich  besseres  Anrecht  erworben,  das  nur
wieder  eingeschränkt  wurde  durch  ähnliche  Ansprüche  von
Trier  und  Köln.  Ja  die  Mainzer  strebten  nach  der  ausschliesslichen ­
  Würde  für  das  ganze  Reich,  während  Salzburg,  Trier
und  Köln  nur  auf  kleineren  Gebieten  anerkannt  sein  wollten.
Sollte  es  sich  nun  auch  blos  um  Ehrenrechte  gehandelt  haben,
was  kaum  anzunehmen  ist,  so  musste  schon  diese  Concurrenz
dem  Erzkapellanate  abträglich  werden.  Noch  mehr  aber  schadete ­
  dem  Ansehen  der  vier  Erzkapellane,  dass  sie  sich  den
Plänen  des  Königs  Otto  widersetzten  und  doch  schliesslich
unterlagen.  Die  Opposition  der  vier  Erzbischöfe  läuft  ziemlich
parallel  mit  der  der  Herzoge  und  berührt  sich  mit  derselben
in  mehr  als  einem  Punkte.  Offenbar  hat  auch  ihnen  gegenüber
Otto  begründete  Ansprüche  anerkennen,  aber  zugleich  seine
königliche  Autorität  geltend  machen  wollen.  Wie  schwer  ihm
das  gemacht  wurde,  zeigen  die  Vorgänge  des  Jahres  939.
Friedrich  von  Mainz  hatte  sich  offen  der  Empörung  angeschlossen ­
  und  musste  endlich  in  Haft  genommen  werden.
Aber  als  Erzkapellan  wie  als  Erzbischof  unabsetzbar  musste
er  nach  wie  vor,  so  mächtig  war  doch  das  Herkommen,  in
den  Präcepten  des  Königs  genannt  werden,  genoss  also  auch
als  Rebell  die  mit  der  Würde  verbundenen  Vortheile.  Ich
deutete  schon  an,  dass  bei  der  Erhebung  Bruns  zum  Kanzler
wohl  die  Absicht  mitgewirkt  haben  wird,  die  Kanzlei  von  allen
anderen  Einflüssen  frei  und  zum  unbedingten  Werkzeuge  des
Königthums  zu  machen.  Nun  aber  schloss  sich  auch  in  den
folgenden  Jahren  bald  dieser  bald  jener  der  vier  Erzbischöfe
wiederholt  der  Opposition  an  und  gerade  der  Mainzer  ging
in  ihr  am  weitesten.  Noch  als  Otto  seinen  Zug  über  die  Alpen
            
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