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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

Beitrage  zur  Diplomatik  VII.

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nur  in  K.  2,  3,  11,  17  und  da  regelmässig  mit  einer  beträchtlichen ­
  Anzahl  anderer  einflussreicher  Personen,  1  während
doch  sonst  unter  Konrad  fast  regelmässig  Fürbitter  angeführt
werden.  2  Wollten  wir  nun  in  den  letzteren  so  zahlreichen
Fällen  aus  der  Nichterwähnung  von  Salomon  auf  dessen  Abwesenheit ­
  schliessen,  so  würde  er  geradezu  als  seltener  Gast
des  Hofes  erscheinen,  was  sich  nicht  mit  anderen  Nachrichten
und  am  wenigsten  mit  dem  reimen  würde,  was  ihm  in  K.  5
nachgerühmt  wird:  frequens  famulatus  et  palatina  servitus.  3
Mit  kluger  Zurückhaltung,  die  wir  darin  erblicken  dürfen,
vertrug  es  sich  wohl,  dass  der  Kanzler  Salomon  in  Anbetracht
der  politischen  Verhältnisse  nicht  einen  Augenblick  das  Heft
aus  den  Händen  gehen  und  selbst  wo  er  momentan  nicht  mitwirken
  konnte,  doch  als  an  der  Vollziehung  der  Präcepte  betheiligt ­
  erscheinen  wollte.  Ich  werde  später  zeigen,  dass  durch
dieses  Ausschliessen  der  Notare  von  der  Recognition  auch  das
Verhältniss  des  Erzkapellans  zur  Kanzlei  berührt  wurde.  Es
ist  offenbar  der  Ausnahmszustand,  in  dem  sich  die  königliche
Autorität  befand,  4  welcher  auch  zu  einer  Ausnahmsmassregel
führte,  als  welche  wir  die  Nennung  des  abwesenden  Kanzlers
als  Recognoscenten  betrachten  müssen.  Denn  von  einer  schon
damals  beginnenden  Neuerung  in  der  Art  die  Geschäfte  zu
besorgen  kann  nicht  die  Rede  sein,  wenn  man  erwägt,  dass
auch  in  den  folgenden  Jahrzehnten  die  Recognition  in  der
Hauptsache  so  geregelt  blieb  und  so  gehandhabt  wurde,  wie  es
seit  Arnolf  herkömmlich  geworden  war.  Es  war  also  auch
unter  Konrad,  was  die  Subscriptionszeile  besagt,  noch  nicht
zur  bedeutungslosen  Phrase  herabgesunken.  5

1  In  K.  2  handelt  es  sich  obendrein  um  eine  Schenkung  für  S.  Gallen  und
in  K.  11  um  eine  Eechtsfrage,  in  der  gerade  Salomon  competent  war
mitzureden.
2  Sie  fehlen  natürlich  in  den  Urkunden  über  unbedeutende  Handlungen»
wie  in  den  Tauschbestätigungen  K.  20,  21,  ferner  in  Diplomen  kürzerer
Fassung  wie  K.  14,  15.  Dagegen  finden  sie  sich  ausser  in  den  schon
angeführten  Stücken  noch  in  K.  5,  8,  9,  10,  lti,  23,  24,  27—31,  35,  36.
3  Desgleichen  heisst  es  in  IC.  12  (Schenkung  an  den  Kanzler):  per  multimodae
  servitutis  sedulitatem  sinmlque  niagnae  caritatis  suae  cordetenus
accensum  ardorem.
4  Dümmler  2,  616.
5  Aehnlich  Ficker  Beiträge  2,  169.
            
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