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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

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S  i  c  1{  o  1.

dem  ersten  (bis  876)  kann  ich  mich  kürzer  fassen,  da  ich  z.  B.
was  wir  von  der  Organisation  und  dem  Personalstatus  der
Kanzlei  wissen,  schon  an  anderen  Orten  geboten  habe.  Für
den  zweiten  Abschnitt  (bis  911)  habe  ich  das  hier  erst  so  weit
nachholen  müssen,  als  es  der  Zusammenhang  erforderte;  dagegen ­
  habe  ich  hier  einige  Fragen  nur  formulirt  und  nicht  beantwortet, ­
  weil  ich  zu  letzterem  Behufe  umfassende  Prüfung
der  Originale  hätte  vornehmen  müssen.  Am  eingehendsten  habe
ich  die  Zeit  von  911—-953  behandelt.
Ich  kann  den  Stoff  in  dieser  einen  Abhandlung  nicht  erschöpfen. ­
  Sie  soll  nur  handeln  von  den  Kanzlern 1  und  Recognoscenten
  bis  zum  Jahre  953.  Zunächst  werde  ich  einen
Ueberblick  geben  über  die  Phasen  der  Organisation  der  Kanzlei
und  über  deren  Personalstatus  bis  zum  Ausgang  des  neunten
Jahrhunderts.  Dann  schalte  ich  eine  Untersuchung  über  die
ursprüngliche  Bedeutung  der  llecognition  ein.  Endlich  führe
ich  die  lange  Reihe  der  unter  und  neben  den  Kanzlern  fungirenden
  Recognoscenten  und  Subscribenten  bis  953  vor - .  Vorbehalten ­
  bleibt  für  die  Fortsetzungen  das  Capitel  von  den  Dictatoren
  und  Scriptoren  sowie  das  von  den  Erzkapellanen,  wenn
ich  auch  hier  schon  mehrfach  die  Ergebnisse  der  nachfolgenden
Untersuchungen  herbeizuziehen  und  zu  verwerthen  genöthigt
w r ar.  Im  Uebrigen  werde  ich  mich  in  dem  zuletzt  genannten
Abschnitt  nicht  an  die  Zeitgrenze  von  953  binden.  Erst  wenn
wir  alle  zur  Kanzlei  im  weitesten  Sinne  zählenden  Personen,
ihre  Beziehungen  zu  einander  und  ihre  Functionen  kennen  gelernt ­
  haben,  wird  sich  die  Summe  ziehen,  d.  h.  die  Geschäftsführung ­
  in  ihren  mannigfaltigen  Phasen  darlegen  lassen.  Ich
mache  den  Versuch  als  Diplomatiker  und  für  die  Zwecke  der

1  Wie  in  alter  Zeit  demselben  Beamten  verschiedene  Titel  beigelegt  worden
sind,  so  dann  auch  von  den  Historikern.  So  hat  man  die  Vorsteher  der
Kanzlei  der  ersten  Karolinger  wohl  Erznotare  genannt  und  hat  dann  für
deren  Nachfolger  vielfach  die  Bezeichnung  Vicekanzler  gebraucht.  Um
jedem  Missverständnisse  vorzubeugen,  bemerke  ich,  dass  ich  (und  so  jetzt
auch  Stumpf)  unter  Kanzlern  bis  zum  Jahre  854  dio  Vorsteher  der
Kanzlei  verstehe  (s.  Acta  Karol.  1,  76),  von  da  an  aber  die  Leiter  der
Kanzlei,  obwohl  sie  fortan  den  Erzkapellanen,  die  eventuell  aucli  Erzkanzler ­
  heissen,  untergeordnet  sind.  —  Vgl.  übrigens,  was  ich  S.  601
über  wirkliche  Kanzler  und  Titularkanzler  sage.
            
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