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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

Ihn  Ckaldun  und  seine  Cultnrgescliichte  der  islamischen  Reiche.

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dem  Vermögen  der  Unterthanen,  sei  es  durch  Marktsteuern  oder
Monopole 1  oder  in  gewissen  Fällen  auch  durch  Ucbergriffe
mit  oder  ohne  (berechtigten)  Vorwand.  Die  Soldtruppen  übernehmen ­
  sich,  da  sie  die  Regierung  so  geschwächt  und  des
nationalen  Gedankens  beraubt  sehen;  indem  man  dies  von
ihnen  befürchtet,  sucht  man  diese  Gefahr  zu  bekämpfen  durch
Löhnungserhöhung  und  Vermehrung  der  Auslagen  für  sie  und
man  findet  kein  Mittel  sich  anders  zu  helfen.  Die  Steuereinnehmer ­
  unter  einer  solchen  Regierung  werden  in  dieser
Periode  sehr  reich  in  Folge  der  Grösse  der  Steuereinnahmen
und  der  Verfügung  über  die  Gelder  in  ihren  Händen,  oft  überschreitet ­
  deshalb  ihr  Glauz  das  Maass  und  sie  werden  der
Gegenstand  von  Verdächtigungen  wegen  Unterschlagung  von
Steuergeldern;  aus  Eifersucht  und  Neid  verleumden  sie  sich
gegenseitig;  die  Folge  davon  ist,  dass  sie  einer  nach  dem
andern  (vom  Sultan)  mit  Strafe  und  Vermögensconfiscationen
heimgesucht  werden,  bis  ihr  Reichthum  erschöpft  und  ihre
Lage  gänzlich  zum  Nachtheil  geändert  ist.  Aber  auch  die
Regierung  büsst  den  Pomp  und  die  Herrlichkeit  ein,  welche
jene  ihr  verliehen.  Nachdem  die  Hilfsquellen  dieser  Classe
erschöpft  sind,  geht  die  Regierung  auf  die  anderen  wohlhabenden
Privaten  über-.  Aber  in  dieser  Periode  hat  gewöhnlich  schon
der  Verfall  auch  auf  die  materielle  Macht  seine  Wirkung  ausgeübt. ­
  Die  Regierung  hat  nicht  mehr  die  Kraft  für  Uebergriffe
  und  Gewaltmaassregeln.  Die  Politik  des  Sultans  besteht ­
  nun  in  der  Einflussnahme  durch  das  Geld,  er  hält  dies
für  nützlicher  als  die  Anwendung  des  Schwertes,  dessen  unzureichende ­
  Wirkung  er  kennt.  Es  steigert  sich  denn  sein  Bedarf ­
  an  Geld,  ausser  dem  was  er  für  die  regelmässigen  Ausgaben
und  die  Löhnung  der  Truppen  braucht  und  es  reichen  seine
Mittel  nicht  aus.  Die  Altersschwäche  des  Staates  nimmt  nun
zu,  es  treten  die  Bewohner  der  Provinzen  kühner  (der  Regierung)
entgegen.  Die  Bande  des  Staatswesens  lösen  sich  in  jeder
dieser  Perioden  mehr  und  mehr  bis  zum  schliesslichen  Untergänge, ­
  bis  sich  jeder  der  Prätendenten  bereit  macht  der  obersten

'  Es  ist  hiezu  die  Bemerkung  zu  machen,  dass  nach  den  Theorien  der
mohammedanischen  Theologen  und  Juristen  Marktsteuern  und  Monopole
für  ungesetzlich  erklärt  wurden.

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