Ibn Chaldun und seine Culturgeschiclite der islamischen Reiche.
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dauer von sechzig- bis siebzig Jahren, wie dies auch in einem
Aussprüche des Propheten bestätigt wird'.
,Auch die. Dauer der Reiche wechselt nach den Conjuncturen
der Gestirne, überschreitet aber in der Regel nicht drei
Generationen. Das Leben einer Generation hat die Länge der
mittleren Lebensdauer des Menschen, nämlich vierzig Jahre/
,Die Dauer eines Reiches erstreckt sich nun gewöhnlich
nicht über drei Generationen. In der That, die erste Generation
bewahrt ihren Charakter als Nomadenvolk, die rauhen
Gewohnheiten des wilden Lebens, die Massigkeit, Tapferkeit,
Raublust und die Gewmhnheit der Theilung der obersten Gewalt.
Auf diese Art bleibt der Stammessinn dieser Generation in
voller Kraft, ihr Schwert ist immer schneidig, die Nachbarschaft
eines solchen Stammes ist gefürchtet und die fremden
Stämme lassen sich von ihm besiegen. Der Besitz der Herrschaft
und das daraus entspringende Wohlbefinden wirken auf
den Charakter der zweiten Generation: bei ihr werden die
Sitten und Gewohnheiten des nomadischen Lebens verdrängt
durch die des sesshaften Lebens, die Noth hat sich in Wohlstand
verwandelt und die Theilung der Herrschaft in Autokratie.
Ein Einziger übt alle Autorität aus, das Volk, zu
lässig um den Versuch zu machen dieselbe wieder zu erobern,
tauscht die Herrschlust aus gegen die Erniedrigung und die
Unterwürfigkeit. Der Gemeinsinn, der es belebte, schwächt
sich in gewissem Maasse, aber immer bemerkt man, dass diese
Generation, ungeachtet ihrer Erniedrigung, noch ein gut Theil
der Eigenschaften sich erhalten hat, die sie von der vorhergegangenen
Generation überliefert bekam. Sie hat deren Sitten,
deren Stolz, ihre Ruhmsucht, die Kampflust gegen den Feind
gekannt; aus diesem Grunde kann sie den ursprünglichen Geist
nicht ganz einbüssen. Sie hofft sogar eines Tages alle diese
Vorzüge der ersten Generation wieder zu erlangen, vielleicht
schmeichelt sie sich sogar dieselben noch zu besitzen/
,Die dritte Generation hat vollständig das Nomadenleben
und die einfachen Sitten der Wüste vergessen; sie kennt nicht
mehr den Reiz des Ruhmes und des Gemeinsinnes, indem sie
gewohnt ist dem Gebote eines Meisters sich zu fügen; der
Luxus erreicht unter ihr die höchste Stufe, indem sie sich in
alle Genüsse des Lebens stürzt. Eine solche Volksmenge ist