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Krem er.
,Ganz anders verhält es sich hingegen in jenen Ländern,
wo der Gemeinsinn und die Stammesverbrüderung nicht besteht;
dort hat der Machthaber keinen Aufstand zu besorgen,
denn Erhebungen sind dort äusserst selten. So ist es‘, fährt
Ibn Chaldun fort, ,in unseren Tagen in Syrien und Aegypten,
denn daselbst ist das Volk nicht in Stämme gegliedert. Vorzüglich
gilt dies aber von Aegypten: der Beherrscher dieses
Landes ist vollkommen sicher gegen Aufstände und Unbotmässigkeit.
Es gibt daselbst nur zwei Parteien: den Machthaber
(mit seinem Anhänge) und an blinden Gehorsam gewöhnte
Unterthanen. Die Regierung, geleitet von einem Fürsten türkischer
Abkunft und von Schaaren von verlässlichen Anhängern
derselben Nationalität unterstützt, geht von einem Machthaber
auf den andern über.' 1 —- ,Ein ähnlicher Zustand der Dinge
besteht jetzt in Spanien, wo gegenwärtig Ibn Ahmar herrscht.
Als die Dynastie dieses Fürsten zuerst auftrat, war sie ziemlich
schwach und hatte wenig Truppen. Sie entsprang aus einer
arabischen Familie, die im Dienste der Ommajjaden gestanden
war und von der nur mehr eine kleine Anzahl sich erhalten hatte.
Als die arabische Oberherrschaft gestürzt und durch die berberischen
Dynastien der Almoraviden und der Almohaden verdrängt
ward, wurde die arabische Bevölkerung Spaniens durch
die siegreichen Berberen so hart und gewaltthätig behandelt,
dass sie gegen ihre neuen Beherrscher bald von Ingrimm und
Erbitterung erfüllt war. Als nun die Almohaden-Macht allmälig
ihrem Ende sich näherte, traten die Prinzen dieses Hauses
dem christlichen Könige von Castilien eine grosse Anzahl von
festen Plätzen ab in der Hoffnung von ihm Unterstützung zu
erhalten, um Marocco (die Hauptstadt des Almoliaden-Reiches)
zurückerobern zu können (welche Stadt seitdem in die Gewalt
der Meryniden gekommen war). Diesen Anlass benützten alle
alten arabischen Familien, die noch in Spanien geblieben waren
und ihren nationalen Geist bewahrt hatten, um sich zu vereinigen.
Ihrem Ursprünge getreu hatten sie wenig Neigung
sich in den Städten niederzulassen und feste Wohnsitze zu
wählen, sondern blieben dem Kriegshandwerke zugethan. Ibn
Hud (der Fürst von Saragossa), Ibn Ahmar (Fürst von Granada)
1 I, 338 (297).