Ibn Chaldun und seine Culturgeschichte der islamischen Reiche.
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Einöden eing'eschlossen. Selbst Persien wird, trotzdem es im
Alterthume nächst Babylonien zu den bestcultivirten Ländern
gehörte, von weiten unbewohnten und dürren Landstrichen
' durchzogen.
Seit den ältesten Zeiten der geschichtlichen Ueberlieferung
ist daher dieses vorderasiatische Ländergebiet, ebenso wie das
nordafrikanische Küstenland, der Sitz eines eigenthümlichen
Nomadenlebens gewesen, das sich von den Tagen der biblischen
Patriarchen, durch alle Jahrhunderte hindurch bis in die Gegenwart
mehr oder weniger unverändert erhalten hat, während
auf dem culturfähigen Gebiete, oft in unmittelbarer Berührung
mit dem Nomadenthum und theils aus demselben hervorgegangen,
uralte Städte und bürgerliche Gemeinwesen sich bildeten,
die in ihrem Gebiete und so weit sie Schutz gegen die
Eingriffe der Nomaden gewähren konnten, auch sesshafte Landbebauer
beherbergten.
Dieser in das höchste Alterthum zurückreichende Zusammenhang
und Wechselverkehr zwischen dem Nomadenelement
und den grossen Städten, sowie den sesshaften Gemeinwesen,
hatte auch die Folge, dass sich die höhere Cultur dieser
den wandernden Hirtenstämmen in gewissem Grade mittheilte
und unter ihnen ein regeres Culturleben sich zu entwickeln
begann, das schon in den ältesten Urkunden des hebräischen
Volkes deutlich zu erkennen ist und später bei den Arabern
einen ziemlich hohen Grad der Vei-feinerung erreichte.
Es ist nach dem Gesagten leicht zu begreifen, wie es
kommt, dass der arabische Culturhistoriker die Ei’scheinungsformen
des Volkslebens in die zwei grossen Classen des Nomadenthums
und des sesshaften Lebens scheidet, 1 von denen er
ersteres natürlich als die ältere bezeichnet.
Er macht hiebei einen Untei-schied zwischen den verschiedenen,
der ersten Classe angehörigen Völkerstämmen und
stützt sich auf seine eigenen Wahrnehmungen, denn zu seiner
Zeit bestand, sowie noch heutzutage, das Nomadenthum in
Nordafrika und Vorderasien unverändert fort.
Die einen züchten Schafe, Rinder oder Ziegen und brauchen
für ihre Weideplätze saftige Gründe, aus welcher Ursache sie
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