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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

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Wern  er.

einem  scheinbaren  Schluss'  ,auf  eigene  Faust'.  Beide  beweisen,
dass  sie  die  35  Verse,  welche  in  V  dem  Gedichte  ein  so  plötzliches ­
  Ende  bereiten,  nicht  naher  untersuchten.
Dieser  Schluss  zerfällt  in  zwei  Theile.  Die  Verse  1—19
sind  in  M  aii  anderer  Stelle,  in  anderem  Zusammenhänge  überliefert, ­
  bestehen  jedoch  zum  grössten  Theile  aus  Versen,  die  V
schon  irgendwie  verwerthet  hatte.  Die  Verse  20—35  sind  in
V  zwar  originell,  doch  auch  hier  nur  früherem  Zusammenhänge
entnommen.
Dieses  überraschende,  bisher  von  Niemandem  beachtete  1
Factum  ist  nicht  leicht  zu  erklären.  Wie  kam  V  überhaupt
dazu,  einen  früheren  Schluss  herbeizuführen;  dass  nicht  Ermüdung ­
  die  Ursache  gewesen  sein  kann,  beweist  der  Umstand,
dass  V  nicht  einfach  den  Schluss  der  Vorlage  herübernahm,
sondern  aus  einer  anderen  Kampfbeschreibung  für  seine  Scene
ein  Ende  suchte  und  dann  selbst  erfand;  dass  V  aber  kein
Interesse  für  den  weltlichen  Stoff  gehabt  habe,  ist  deswegen
unwahrscheinlich,  weil  der  Schreiber  so  bewandert  im  Gedichte
ist,  dass  ihm  unwillkürlich  Verse  aus  der  Erinnerung  einfallen,
die  er  verwerthet:  er  muss  daher  die  Vorlage  mit  Aufmerksamkeit ­
  gelesen  haben.  V  war  also  durch  eine  äussere  Ursache
gezwungen.
Man  könnte  im  Hinblicke  auf  B  vermuthen,  M  habe  für
die  Schilderung  der  Schlacht  den  Schluss  von  V  benutzt  und
B  habe  in  seiner  von  M  stark  abweichenden  Darstellung  jener
Scene  das  Original  bewahrt.  Dagegen  spricht  jedoch  vor  Allem
der  Umstand,  dass  M  an  jener  Stelle  in  voller  Uebereinstimmung
mit  der  Hdp.  steht  und  dass  diese  einen  Satz  nt  totus  campus
ex  semivivis  et  mortuis  vestiretur  überliefert,  der  wörtlich  in  M
wiederkehrt.
Auffallend  ist,  dass  der  erste  Vers,  welcher  von  V  und  B
—  nicht  von  M  —  ausgezeichnet  wurde,  auch  von  M  im  neuen
Zusammenhänge  verwendet  wird.  Allein  an  ein  Abirren  des
Auges  ist  bei  einer  so  grossen  Anzahl  von  Versen  nicht  zu
denken.
Mir  erscheint  noch  immer  als  das  Wahrscheinlichste,  dass
die  Vorlage  von  V  nicht  vollständig  war.  Dies  dürfte  auch
1  Vgl.  jedoch  Weissmann  Lesarten.
            
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