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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

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Werner.

dieses  Umstandes  durch  das  Beispiel  vom  Magnet,  welcher
seine  Anziehungskraft  nur  in  der  gehörigen  Distanz  und  unter
anderen  nicht  jederzeit  zutreffenden  Bedingungen  ausüben  könne.
Im  Uebrigen  sprechen  diese  classischen  Vertreter  der  Astronomia
  judiciaria  ausdrücklich  aus,  dass  die  Wirksamkeit  der
siderischen  Potenzen  absolut  dem  göttlichen  Willen  unterthan
sei, 1  und  nebstdem  auch  durch  den  Menschen  selber  modificirt
und  paralysirt  werden  könne.  Die  Aufgabe  der  Heilkunde
besteht  ja,  wie  der  Arzt  Isaak  in  seiner  Schrift  de  Febribus
hervorhebt,  unter  Anderem  auch  darin,  den  durch  siderische
Einflüsse  verursachten  Seuchen  zu  begegnen.
Damit  glaubt  Baco  die  Astronomia  judiciaria  von  dem
Vorwurfe  eines  irreligiösen  und  widersittlichen  Fatalismus  entlastet ­
  zu  haben.  Es  handelt  sich  nun  aber  weiter  auch  um  den
Nachweis  der  Wahrheit  und  Berechtigung  dieser  hochwichtigen
Disciplin.  Diese  ergibt  sich  zunächst  schon  daraus,  dass  die
nach  Verschiedenheit  der  Breitengrade  verschiedene  körperliche
und  psychische  Artung  der  Menschen  einzig  aus  dem  Verhältniss
  des  Erdkörpers  zur  siderischen  Welt  erklärt  werden
kann. 2  Auch  der  Unterschied  der  Längengrade  kommt  in
Betracht,  obschon  er  sich  wegen  seines  mehr  verborgenen  Einflusses ­
  nicht  so  leicht  ersichtlich  machen  lässt.  Die  nach  Verschiedenheit ­
  der  Breiten-  und  Längengrade  diversificirten  siderischen ­
  Einflüsse  sind  freilich  nur  generelle  Wirkungen,  und
reichen  demnach  auch  nur  zur  Beurtheilung  und  Erkenntniss
genereller  Unterschiede  aus,  durch  welche  Menschencomplexe
ganzer  Länder,  Provinzen  und  grösserer  Städte  sich  von  einander ­
  unterscheiden;  indess  gibt  auch  schon  eine  solche  generelle ­
  Erkenntniss  bedeutsame  Momente  für  die  Beurtheilung  der
1  Sciunt,  quod  ordinatio  divina  potest  omnia  mutare  secundum  sui  voluntatem,
  et  propter  hoc  adjungunt  semper  in  suis  sententiis  in  fine,  quod
sic  erit,  si  Deus  voluerit.  Op.  maj.,  p.  115.
2  Ad  omne  punctum  terrae  incidit  eonus  unius  pyramidis  a  toto  coelo,  et
coni  isti  sunt  diversi  in  natura,  et  pyramides  similiter,  quia  diversas
habent  bases  propter  diversitatem  horizontum;  quoniam  quilibet  punctus
terrae  est  centrum  proprii  horizontis.  Et  ideo  oportet  omuium  rerum
diversitatem  magnam  ex  hac  causa  oriri,  etiara  quantumcunque  propinqui
sint,  ut  gemelli  in  eodem  utero;  et  sic  de  Omnibus  prout  videmus,  quod
a  duobus  punctis  terrae  proximis  oriuntur  lierbae  diversae  secundum
speciem.  Op.  maj.,  p.  118.
            
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