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Werner.
dieses Umstandes durch das Beispiel vom Magnet, welcher
seine Anziehungskraft nur in der gehörigen Distanz und unter
anderen nicht jederzeit zutreffenden Bedingungen ausüben könne.
Im Uebrigen sprechen diese classischen Vertreter der Astronomia
judiciaria ausdrücklich aus, dass die Wirksamkeit der
siderischen Potenzen absolut dem göttlichen Willen unterthan
sei, 1 und nebstdem auch durch den Menschen selber modificirt
und paralysirt werden könne. Die Aufgabe der Heilkunde
besteht ja, wie der Arzt Isaak in seiner Schrift de Febribus
hervorhebt, unter Anderem auch darin, den durch siderische
Einflüsse verursachten Seuchen zu begegnen.
Damit glaubt Baco die Astronomia judiciaria von dem
Vorwurfe eines irreligiösen und widersittlichen Fatalismus entlastet
zu haben. Es handelt sich nun aber weiter auch um den
Nachweis der Wahrheit und Berechtigung dieser hochwichtigen
Disciplin. Diese ergibt sich zunächst schon daraus, dass die
nach Verschiedenheit der Breitengrade verschiedene körperliche
und psychische Artung der Menschen einzig aus dem Verhältniss
des Erdkörpers zur siderischen Welt erklärt werden
kann. 2 Auch der Unterschied der Längengrade kommt in
Betracht, obschon er sich wegen seines mehr verborgenen Einflusses
nicht so leicht ersichtlich machen lässt. Die nach Verschiedenheit
der Breiten- und Längengrade diversificirten siderischen
Einflüsse sind freilich nur generelle Wirkungen, und
reichen demnach auch nur zur Beurtheilung und Erkenntniss
genereller Unterschiede aus, durch welche Menschencomplexe
ganzer Länder, Provinzen und grösserer Städte sich von einander
unterscheiden; indess gibt auch schon eine solche generelle
Erkenntniss bedeutsame Momente für die Beurtheilung der
1 Sciunt, quod ordinatio divina potest omnia mutare secundum sui voluntatem,
et propter hoc adjungunt semper in suis sententiis in fine, quod
sic erit, si Deus voluerit. Op. maj., p. 115.
2 Ad omne punctum terrae incidit eonus unius pyramidis a toto coelo, et
coni isti sunt diversi in natura, et pyramides similiter, quia diversas
habent bases propter diversitatem horizontum; quoniam quilibet punctus
terrae est centrum proprii horizontis. Et ideo oportet omuium rerum
diversitatem magnam ex hac causa oriri, etiara quantumcunque propinqui
sint, ut gemelli in eodem utero; et sic de Omnibus prout videmus, quod
a duobus punctis terrae proximis oriuntur lierbae diversae secundum
speciem. Op. maj., p. 118.