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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

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Wern  er.

bestimmten  Individuums  mit  einem  anderen,  zufolge  welcher
das  letztere  als  eine  modificirte  Wiederholung  des  ersteren  ersclxeint,
  drückt  einen  bloss  beziehungsweisen  Charakter  des
Dinges  aus,  welcher  im  rationalen  Denken  des  Menschen  aufgefasst ­
  wird,  und  seine  letzte  Erklärung  in  der  Metaphysik
findet.  Diese  lehrt  nun,  dass  alles  Geschaffene  aus  Materie
und  Form  zusammengesetzt,  die  Materie  aber  ihrem  Begriffe
zufolge  als  das  an  sich  Unbestimmte  nicht  absolut  in  der  Bestimmtheit ­
  einer  numerisch  singulären  Form  aufgehen  kann,
also  dui-ch  sich  selber  eine  Mehrheit  von  Individuationen  desselben ­
  Stoffes  involvirt,  und  diess  um  so  mehr,  da  in  keiner
einzelnen  Individuation  der  individuirte  Gedanke  absolut  dargestellt ­
  ist.  Desshalb  ist  in  den  göttlichen  Gedanken  des  Einzeldinges ­
  auch  schon  eine  bestimmte  Mehi’heit  seiner  Individuationen ­
  aufgenommen,  aber  nicht  um  dieser  Mehrheit  willen,
sondei-n  wegen  der  dux-ch  diese  Mehrheit  zu  erzielenden  vollkommeneren ­
  Dai’stellung  des  Gedankens  vom  Einzeldinge,  soweit ­
  nämlich  die  demselben  im  Schöpfungsplane  zugewiesene
Action  nur  durch  eine  numerische  Vervielfältigung  desselben
zu  erzielen  ist.  So  ist  also  die  individuelle  Mehrheit  innei-halb
derselben  Art  keineswegs  etwas  Unwesentliches  und  Zufälliges,
immei-hin  jedoch  etwas  Secundäres  im  Verhältniss  zu  der
Bedeutung  des  Individuellen  an  sich,  indem  die  Absicht  des
göttlichen  Schöpfungsgedankens  auf  das  individuirte  Sein  als
solches  geht,  und  in  der  That  der  Chai-akter  des  geschöpflichen
Seins  dieser  ist,  dass  es  im  Untei'schiede  vom  absolut  allgemeinen ­
  göttlichen  Sein  individuirtes  Sein  sei. 1  Wir  sehen
also  Baco  innerhalb  der  Schi'anken  des  mittelalteifichen  Peripatetismus
  die  Richtung  jenes  philosophischen  Individualismus
einschlagen,  welcher  sich  später  nach  Abwertung  der  peripatetischen
  Schuldoctrin  in  mannigfaltiger  Weise  je  nach  den  philosophischen ­
  Denkzielen  und  Denkstandpunkten  mathematisch  geschulter ­
  Denker  ausgestaltete,  und  schon  innerhalb  des  Fi'anciscanei’oi’dens
  selber  im  Gegensätze  zur  Albertisch-Thomistischen
Doctrin  sich  regte.  Zur  vollkommenen  Ausgestaltung  konnte
dieser  Individualismus  nur  nach  Abwertung  des  peripatetischen

1  Compositum  habet  rationem  per  se  existendi  in  ordine  entium;  non  sic
materia  et  forma.  Coinmun.  Natur.  I,  Pars  2,  dist.  1,  c.  1.
            
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