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Werner.
Realität sielit, welche das mit einer blossen Sinnenseele begabte
Thier nicht zu appercipiren vermag-. Aber wie appercipirt der
Mensch die geistige Realität? Wir hörten schon oben, dass
Baco die Unterschiede zwischen Visio recta, fracta und reflexa
des Sinnenauges auch auf das geistige Erkennen überträgt,
und dem Menschen im Unterschiede von Gott und den Engeln
bloss eine Visio reflexa der geistigen Dinge zuerkennt. Die
durch die Visio reflexa vermittelte Intellectiverkenntniss ist aber
keine andere als die durch die sinnliche Erfahrung vermittelte
Erkenntniss, 1 rücksichtlich deren nur zu fragen wäre, welche
Bedeutung den aus der sinnlichen Erfahrung geschöpften Allgemeinbeg-riffen
beizulegen sei. Denn Baco spricht auch den
Tliieren die Apperception von Allgemeinbegriffen nicht ab, 2
welchen also nur, wie wir ergänzend beizufügen haben, das
Bewusstsein um das Innehaben solcher Allgemeinbegriffe abgehen
würde. Hierauf indess reflectirte Baco nicht, und so
konnte er nur bei der vorerwähnten Frage stehen bleiben,
auf die er uns schon die Antwort andeutet, wenn er bemerkt,
dass auch beim geistigen Sehen das durch die sinnliche Empirie
ermittelte Resultat des Sehens ein sehr geringes sei, und
menschlicher Unterricht und göttliche Erleuchtung nachhelfen
müsse, um die auf dem Wege der Erfahrung ungebahnte Intellectiverkenntniss
zu dem für den Zeitmenschen erreichbaren
Vollkommenheitsgrade zu erheben. 3 Gehen die Modi des geistigen
Sehens jenen des physischen Sehens parallel, so muss
1 Sicut speculum cooperatur ad visionem propter suam aptitudinem, et dat
speeiei occasionem multiplicandi se in oculum, nt fiat visio, sic corpns
animatura anima sensitiva ex sua proprietate et idoneitate adjuvat animam
intellectivam in sua cognitione, et dat ei cognitionem a pai'te ista, quam
intelleetus ex sensu corporali depreliendet, et ideo coguitio hominis,
quantacunque sit perfecta, est debilior angelica ex hac causa, et merito
potest dici specularis propter dictam similitudinem. Op. c., p. 268.
2 Bestiae multae .... cognoscunt unimi universale ab alio, ut hominem
a cane vel ligno, et individua ejusdem speeiei distinguunt. Op. c., p. 252.
3 Cum triplex est visio, seil, solo sensu, scientia et syllogismo, necesse est
homini, ut triplieem haheat visionem. Nam solo sensu pauca cognoscimus
et parum .... Similiter accidit in visione spirituali; nam qnod homo
seit solo sensu, modicum est, quoniam indiget duplici cognitione praeter
istam, seil, per doctores a juventute usque ad senium .... et tertia
cognitione indigemus, quae est per divinam illuminationem. Op. c., p. 268.