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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

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Werner.

welcher  jene  zubereitende  Vergeistigung  der  ins  Auge  eindringenden ­
  Licht-  und  Farbestrahlen  bewirkt. 1  Baco  nennt  diese
vom  Auge  ausgehende  Strahlung  die  Species  visus,  und  lässt
von  jedem  Punkte  der  Oberfläche  des  Humor  glacialis  unzählige
Strahlen  ausgehen,  jedoch  so,  dass  derjenige  Strahlenkegel,
dessen  Axe  in  der  Hauptlinie  des  Auges,  d.  h.  der  Centra  der
sphärischen  Krümmungen  des  Augenkörpers  und  seiner  Hauptbestandtheile
  liegt,  die  Hauptstrahlung  ist,  mittelst  deren  die
Action  des  Sehens  eigentlich  zu  Stande  kommt. 2
Das  Sehen  ist  ein  judicativer  Act,  welcher  aber  Art-  und
Gradunterschiede  seiner  Vollkommenheit  zulässt.  Das  Sehen
ist  entweder  ein  Erkennen  solo  sensu,  oder  ein  Erkennen  per
scientiam,  oder  endlich  ein  Erkennen  per  sollogismum. 3  Bei
der  Cognitio  solo  sensu  handelt  es  sich  lediglich  um  ein  richtiges ­
  Sehen  und  Erkennen  des  Dass  oder  des  thatsächlichen
Vorhandenseins  oder  Statthabens  von  irgendetwas;  die  Cognitio
per  scientiam  lehrt  uns  das  Was  eines  Dinges  oder  das  Sein
desselben  im  Unterschiede  von  anderen  Dingen  erkennen;  die
Cognitio  per  syllogismum  endlich  ist  die  allseitig  vermittelte
Erkenntniss  des  Dinges.  Alle  diese  Arten  des  Erkennens  können
beim  physischen  Sehacte  statthaben,  weil  physisches  und  geistiges
Sehen  beim  Menschen  aufs  innigste  ineinander  verschlungen
sind,  und  das  eine  aus  der  Idee  des  anderen  sich  verdeutlichet,
und  umgekehrt.  Bezüglich  des  physischen  Sehens  ist  der  Unterschied ­
  jener  drei  Arten  der  Erkenntniss  von  der  Art  und  Form

1  Species  rerum  mundi  non  sunt  notae  statim  de  se  agere  ad  plenam
actionera  in  visu  propter  ejus  ignobilitatem.  Unde  oportet  quod  juventur
et  excitentur  per  speciem  oculi,  quae  incedat  in  loco  pyramidis  visualis,
et  alteret  medium  ac  nobilitet,  et  reddat  ipsum  proportionale  visui,  et  sic
praeparat  incessum  speciei  ipsius  rei  visibilis,  et  insuper  eam  nobilitat,
ut  omnino  sit  eonformis  et  proportionalis  nobilitati  corporis  animati,  quod
est  oculus.  Op.  maj.,  p.  217.
2  Quamvis  species  oculi  jaceat  in  forma  pyramidis,  cujus  conus  est  in
oeulo,  et  basis  stat  super  omnes  partes  rei  visae,  tarnen  a  superficie
glacialis  Hunt  pyramides  infinitae,  quarum  omnium  una  basis  est,  et
earum  coni  cadunt  in  singula  puncta  rei  visae,  ut  sic  videantur  omnes
partes  visibilis  in  ea  fortitudine,  qua  fieri  potest.  Et  tarnen  una  pyramis
est  principalis,  seil,  illa,  cujus  axis  est  linea  transiens  per  centrum  omnium
partium  oculi,  quae  est  axis  totius  oculi;  nam  illa  certifieat  omnia.  1.  c,
3  Op.  maj.,  p.  329  ff.
            
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