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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

blosse  Sphärensegmente,  und  zwar  Segmente  zweier  von  einander ­
  verschiedener  Sphären,  wie  sie  auch  zwei  von  einander
verschiedene  Körper  sind.  Die  Convexität  des  Vitreus  ist  gegen
den  Glacialis  anterior  gekehrt,  daher  das  Centrum  seiner  Sphäre
gegen  die  Vorderseite  des  Auges  fällt,  während  das  Centrum
der  Sphäre  des  Anterior  glacialis  nach  rückwärts  in  den  Mittelpunkt ­
  des  Augenkörpers  fällt,  welcher  auch  der  Mittelpunkt
der  Cornea  und  des  Humor  albugineus  ist'.  Das  Centrum  der
Uvea  fällt  zwischen  jenes  des  Humor  vitreus  und  des  Auges.
Alle  diese  Centra  liegen  jedoch  in  derselben  geraden  Linie,
welche  von  der  Oeffnung  der  Uvea  bis  zu  dem  Punkte  reicht,
wo  das  Auge  des  Sehnervs  sich  in  die  Retina  entfaltet;  der
Endpunkt  des  hohlen  Sehnervs  wird  von  Alhazen  als  das  dem
Sehloche  entsprechende  rückseitige  Foramen  bezeichnet,  durch
welches  der  in’s  Auge  eingedrungene  Strahl  bis  zum  Gehirne
geleitet  werden  soll.  Der  Anterior  glacialis  muss  wie  die  Cornea
und  der  Humor  albugineus  den  Mittelpunkt  des  Auges  zu  seinem
eigenen  Mittelpunkte  haben,  weil  er  so  zu  sagen  das  Auge  im
Augenkörper  ist,  und  die  Cornea  und  der  Humor  albugineus  zufolge ­
  ihrer  Diaphaneität  die  ihm  unmittelbar  dienenden  Mittler
der  Licht-  und  Farbenapperception  sind.  In  das  Centrum  des
Auges  kann  aber  nur  der  perpendiculär  eindringende  Lichtund
  Farbenstrahl  gelangen,  d.  h.  derjenige  Strahl,  welcher  die
Axe  des  Kegels  constituirt,  der  durch  die  von  den  Endpunkten
des  Anschauungsobjectes  ausgehenden  und  convergirend  ins
Auge  einfallenden  Strahlen,  d.  h.  durch  den  kubischen  Sehwinkel,
gebildet  wird.  Alle  übrigen  vom  Objecte  ausgehenden  Strahlen
fallen  schief  ein,  und  müssten  sich  im  Centrum  des  Auges
kreuzen,  so  dass  der  von  der  linken  und  von  der  unteren  Seite
des  Gegenstandes  ausgehende  Strahl  im  Auge  nach  rechts  und
nach  oben  die  Richtung  nähme,  und  umgekehrt  der  von  der
oberen  und  von  der  rechten  Seite  des  Objectes  kommende  Strahl
die  Richtung  nach  links  und  nach  unten,  wenn  nicht  alle  diese
seitlich  kommenden  Strahlen  im  Humor  vitreus  derart  gebrochen
würden,  so  dass  sie  von  ihrer  ursprünglichen  Richtung  abgelenkt
mit  dem  perpendiculären  Hauptstrahle  erst  im  Nervus  communis
Zusammentreffen. 1  Daraus  erklärt  sich  nunmehr  auch,  wesshalb

1  Op.  maj.,  p.  215.
            
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