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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

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Werner.

und  auch  die  Hebräer  haben  es  in  den  biblischen  Stellen,
welche  von  den  unreinen  Thieren  handeln,  so  verstanden.  Da
das  entsprechende  hebräische  Wort  mehrdeutig  ist,  so  konnten
in  die  Glossas  intörlineares  der  Bibel  andere  Thiernamen  eindringen,
  welche  jedoch  ungehörig  sind; 1  in  Sprichw.  30,  26
aber  hat  bereits  der  älteste  lateinische  Uebersetzer  geirrt,  wenn
er  statt  Cuniculus  das  Wort  Erinaceus  setzte.  Eher  Hesse  sich
an  der  genannten  Stelle  die  gleichfalls  unpassende  Uebersetzung
der  LXX,  welche  dem  Hieronymus  zufolge  einen  den  Hasen
bezeichnenden  Ausdruck  setzte,  entschuldigen. 2  In  Bezug  auf
die  Deutung  der  vier  übrigen  Thiernamen  muss,  da  die  übrigen
Baco  zu  Gebote  stehenden  Auctoritäten  und  exegetischen  Mittel
nicht  vollkommen  ausreichen,  Plinius  den  entscheidenden  Ausschlag ­
  geben,  und  Baco’s  Deutung  gegen  jene  des  vielgetadelten
Brito  erhärten.  Dem  Nycticorax  der  LXX  hat  im  Lateinischen ­
  Bubo  zu  entsprechen, 3  nicht  Noctua,  wie  Brito  will;  der
biblische  Text  nenne  ausdrücklich  die  Noctua  neben  dem  Nycticorax, ­
  und  Plinius 4  kenne  nur  zwei  Nachtvögel:  Bubo  und
Noctua,  daher  Nycticorax  mit  Bubo  indentisch  sein  müsse.  In
Bezug  auf  den  Pelicanus  wird  Brito  von  Baco  beschuldiget,
denselben  unter  fälschlicher  Berufung  auf  die  LXX  mit  dem
Porphyrio  zu  identificiren,  während  die  LXX  ausdrücklich  beide
Vögel  neben  einander  nennen; 5  richtig  sei  nur  die  Identification
beider  in  den  Interlinearglossen.  Wohl  aber  müsse  der  Pelicanus ­
  als  identisch  mit  dem  Onocrotalus  genommen  werden,
weil  die  Vulgata  dort,  wo  im  Griechischen  der  Porphyrio  und

1  Als  solche  ungehörige  Bezeichnungen  macht  Baco  namhaft:  Erinaceus
und  die  Glosse:  Animal  spinosum  majus  erinaceo.  Dieses  Thier  wäre,
bemerkt  Baco,  eigentlich  das  Stachelschwein  (Strix,  soll  heissen  Hystrix).
Er  gibt  von  demselben  folgende  Beschreibung:  Animal  mediocris  quantitatis,
  habens  spinas  longas  aliquantulum,  et  cum  irascitur,  emittit  eas  et
sagittat  hominem  infestantem.  Comp.  stud.  phil.,  c.  8.
2  Secundum  Plinium  (H.  N.  VIII,  81)  noinen  leporis  est  commune  et  habet
diversa  genera,  quorum  cuniculus  unüs  est.  1.  c.
3  In  der  That  weist  der  revidirte  Vulgatatext  3  Mos.  11,  17  Bubo  auf.
Das  entsprechende  hebräische  Dö  ist  von  den  neueren  Exegeten  und
Lexikographen  auf  mehrfache  Art  übersetzt  worden.
4  Plin.  Hist.  Nat.  X,  IG.
5  ö  Mos.  14,  17.
            
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