Die Psychologie, Erkenntniss- und Wissenschaftsleliro des Rogor liaco. 513
sehen Uebersetzungen derselben viele Wortcorruptionen, Corruptionen
der Personennamen und völlig unverständliche Bezeichnungen
sachlicher Objecte aufwiesen. Die Schwierigkeiten
der Arbeit und die Gefahren des Irrens in derselben waren
eben für diejenigen, welche sie zuerst in Angriff nahmen,
zu gross, als dass das zweifelsohne mit vielem Aufwand von
Mühe und Anstrengung unternommene Werk sofort hätte
gelingen können. Den auf stoffliche Mehrung der Erfahrungskenntniss
gerichteten Sinn des Baco mussten allerdings die
in jenen Uebersetzungen enthaltenen Yerstösse und Irrungen
auf das Unangenehmste und Peinlichste berühren; daneben
war aber nicht zu übersehen, dass das Verständniss der
philosophischen Gedanken des Aristoteles, sofern sich dieses
durch eigenes Nachdenken ermitteln liess, von der Beschaffenheit
jener Uebersetzungen nicht abhängig war, und zudem nicht
die Ermittelung der richtigen Meinung des Aristoteles, sondern
die Anregung des selbsteigenen Denkens durch seine Schriften,
und insgemein die Erweiterung des geistigen Gesichtskreises
durch die in seinen Werken dargebotene Encyklopädie des
menschlichen Gesammtwissens die Hauptsache war. Uebrigens
wurde auch im Laufe des dreizehnten Jahrhunderts für die
Sammlung und Mehrung des stofflichen Wissens sachlich so viel
geleistet, dass es einigermassen befremdet, Baco von der im Laufe
eben dieses Jahrhunderts eingerissenen Verschlechterung der
literarischen Zustände des lateinischen Abendlandes reden zu
hören. Die Herabdrückung Alberts d. Gr. auf Kosten Roberts von
Lincoln und anderer demselben näherstehender Männer beruht
auf einseitiger Voreingenommenheit, die man nur dadurch entschuldigen
kann, dass Baco etwas suchte und anstrebte, was
weit über sein Zeitalter hinausgreifend von ihm selber nur unklar
und dunkel, nicht so sehr gedacht als vielmehr geahnt wurde. Es
muss ausdrücklich gesagt werden, dass Baco im Irrthum war,
wenn er glaubte, dass das ihm vorschwebende Ideal tiefer Naturweisheit
durch eine möglichst erschöpfende Ausbeutung der
Erkenntnissquellen der alten Weisheit des Orients verwirklicht
werden könne. Wir begreifen übrigens, dass ihn bei einer
derartigen Richtung seines Denkens die zeitgenössische Gegenwart
unbefriediget lassen musste, und der in schwunghafte
Aufnahme gekommene logistische Peripatetismus ihm als eine