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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

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Werner.

stelle.  Zugleich  nimmt  er  aber  hievon  Anlass,  Stellung  zu
nehmen  gegenüber  dem  allgemeinen  Bildungsstande  der  abendländischen ­
  Kirche  seiner  Zeit,  von  welchem  er  ein  höchst  ungünstiges ­
  Bild  entwirft.  Dass  hieran  sein  Widersatz  gegen
den  in  der  Theologie  zur  Herrschaft  gelangten  logistischen
Peripatetismus  sehr  grossen  Antheil  hat,  ist  nicht  zu  verkennen;
dieser  Widersatz  ist  aber  nicht  zum  geringsten  Theile  Ausfluss
des  Unabhängigkeitsgeistes  der  englischen  Kirche,  als  deren
preiswürdigsten  Repräsentanten  Baco  Robert  von  Lincoln  verehrt. ­
  Das  diesem  Manne  gezollte  Lob  schliesst  schon  an  sich
die  Kritik  der  Zustände  des  Zeitalters  Baco’s  in  sich,  und  ist
mit  derselben  bei  ihm  aufs  Engste  verwoben,  so  dass  wir  aus
dem,  was  er  zum  Lobe  Roberts  sagt,  zugleich  auch  schon  entnehmen ­
  können,  was  er  an  den  Zuständen  der  abendländischen
Kirche  seiner  Zeit  als  Mangel  und  Gebrechen  zu  rügen  hat.  Er
preist  Robert  als  einen  moralisch  vollkommen  selbstständigen
Mann  heiligmässigen  Andenkens, 1  als  mustergiltigen  Typus
eines  christlichen  Weisen,  als  Repräsentanten  einer  leider  untergegangenen ­
  besseren  Zeit.  Er  steht  nicht  an,  ihn  den  ersten
Gelehrten  seiner  Zeit  zu  nennen; 2  Robert  habe  alle  Kenntnisse
vereiniget,  deren  Besitz  nothwendig  ist,  um  sowohl  die  alten
Weisen  verstehen,  als  auch  mit  Erfolg  die  überlieferte  Weisheit
der  Alten  weiterbilden  zu  können. 3  Allerdings  gelangte  er
erst  in  vorgerückten  Lebensjahren  dazu,  selbstständig  griechische ­
  Bücher  ins  Lateinische  übertragen  zu  können;  indess
wusste  er  der  Wissenschaft  auch  in  der  früheren  Periode  seines
Lebens  zu  nützen.  Da  ihn  nämlich  die  schlechten  Uebersetzungen
  des  Aristoteles  an  der  Möglichkeit  denselben  richtig
zu  verstehen  verzweifeln  Hessen,  wusste  er  durch  selbsteigene
1  Possumus  exemplum  ponere  in  domino  Boberto  episcopo  Lincolnensi  et
sanctissimae  memoriae,  cujus  vitam  pauci  praelati  imitantur,  et  cujus
Studium  ordines  studentes  et  saeculares  penitus  neglexerunt.  Compend.  stud.
philos.,  c.  5.
2  Solus  unus  scivit  scientias,  ut  Lincolnensis  episcopus.  Op.  tert.,  c.  10.  —
Nullus  scivit  scientias  sicut  dominus  Bobertus  episcopus  Lincolnensis  per
longitudinem  vitae  et  experientiae,  et  studiositatem  ac  diligentiam.  Op.  tert.,
c.  25.  Aehnlieh  lautende  Stellen  aus  anderen  Werken  Baco’s  weiter  unten.
3  Quia  scivit  mathematicam  et  perspectivam,  et  potuit  omnia  scire;  simul
cum  hoc,  quod  tantum  scivit  de  linguis,  quod  potuit  intelligere  sanctos
et  philosophos  et  antiquos  sapientes.  Op.  c.,  c.  25.
            
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