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Werner.
wesentlich ein Sehen, und dieses geistige Sehen nach.Analogie
des sinnlichen Sehens zu verstehen. Wie wir nun das sinnliche
Sehen mit Rücksicht auf seine Helligkeitsgrade dreifach abstufen,
je nachdem der Sehstrahl geradlinig, gebrochen oder
reflectirt in’s Auge gelangt, so haben wir auch ein dreifaches
geistiges’Sehen im geradlinigen, gebeugten und reflectirten Lichte
zu unterscheiden. Das erste vollkommenste Sehen kommt specifisch
Gott, das zweite minder vollkommene den Engelgeistern,
das letzte specifisch dem Menschen zu, womit aber nicht ausgeschlossen
ist, dass, wie der Engelgeist in seiner Weise auch
an der specifischen Art des göttlichen Sehens, so der Mensch
an jener des göttlichen Sehens sowohl als auch des englischen
participirt. Wir wissen aber bereits, in welcher Weise diese
beiden anderen Arten des Sehens dem Menschen zukommen;
das ihm mit den Engeln gemeinsame Sehen oder das metaphysische
Erkennen hat er nur zufolge seines geistigen Antheiles
an der auf göttlicher Offenbarung beruhenden traditionellen
Erbweisheit des menschlichen Geschlechtes, die iu
den überlieferten Lehren der Theologie und Philosophie hinterlegt
und unter die Obhut der Kirche gestellt ist. Das dem
Menschen unmittelbar mit Gott gemeinsame Erkennen setzt
sich eigentlich in einen unmittelbar durch Gott in der menschlichen
Seele gewirkten Erkenntnissact um, der nur insofern ein
Act des Menschen genannt werden kann, als ihn die menschliche
Seele in sich recipirt. Das menschliche Selbstdenken
beschränkt sich, wie schon bemerkt, auf kritische Analyse des
dem Menschen von Aussen suppeditirten Erkenntnissstoffes;
von einer Umsetzung desselben in die dem Wesen der denkenden
Seele entsprechende Form und Gestaltung kann bei
Baco zufolge seines grundsätzlichen Empirismus keine Rede
sein. Die Idealform des Objectes wird in Gott geschaut, braucht
sonach nicht durch den menschlichen Intellect producirt zu
werden, der sich einzig auf Subsumtion des kritisch analysirten
Erfahrungswissens unter die im Lichte der göttlichen Wahrheit
geschauten Ideen der Dinge zu beschränken, oder vielmehr
sich zur rechten Empfänglichkeit für die zur Vergeistigung und
Ergänzung des an sich durchaus unzureichenden menschlichen
Erfahrungswissens nothwendigen Gnaden und Erleuchtungen
zu disponiren hat. Diese Gnaden und Erleuchtungen begründen