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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

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Werner.

tiva  und  Intellectiva  ein  Ganzes  constituirt  und  vom  Körper
als  solchem  verschieden  ist,  so  ist  hiemit  der  Stoff  als  etwas
an  sich  Todtes  erklärt  und  die  natürliche  Lebendigkeit  der
sinnlichen  Leiblichkeit  verkannt,  in  deren  Wesen  es  liegt,  auf
die  der  Idee  ihres  stofflichen  Gebildes  gemässe  Weise  thätig
zu  sein.  Jene  von  Baco  verworfenen  Vires  occultae  involviren
immerhin  eine  wenigstens  relative  Anerkennung  der  organischen
Lebendigkeit,  und  waren  daher  nicht  schlechthin  als  wesenlose
Figmente  zu  bezeichnen,  wenn  schon  die  Namen  dieser  Vires
einfach  nur  bestimmte  empirisch  wahrgenommene  Vorgänge  ausdrücken.

Die  Rangstufen  der  drei  in  Einem  Seelenwesen  geeinigten
Seelen  entsprechen  der  Rangordnung  der  drei  Haupttheile  des
menschlichen  Leibes:  Unterleib,  Brust,  Kopf,  welche  die  drei
specifischen  Wirkungsbereiche  der  dreigetheilten  menschlichen
Seele  sind.  Wenn  die  specifische  Wirkungssphäre  der  menschlichen ­
  Seele  der  Unterleib  als  Stätte  des  Verdauungs-  und  Generationssystems ­
  ist, 1  so  hat  die  Anima  sensitiva,  deren  radicale
  Basis  das  Herz  ist,  speciell  die  mittlere  Region  des  Leibes
zu  ihrem  specifischen  Wirkungsbereiche,  obwohl  sie  ihre  cognoscitiven
  Apperceptionen  mittelst  der  Gehirnnerven  empfängt,
die  aber  gleichfalls  grundhaft  aus  der  Herzgegend  entspringen. 2
Baco  unterscheidet  niedere  und  höhere,  primäre  und  abgeleitete
Sensationen.  Die  niederen  Sensationen  sind  die  rein  sinnlichen

1  Bezüglich  der  generativen  Thätigkeit  liebt  Baco  einen  speciellen  Controverspunkt
  seines  Zeitalters  hervor:  Propter  consanguineitatem  et  cognationem
  volnnt  mnlti,  quod  seinen,  ex  quo  proles  producitur,  non  sit  de
nutrimento  sed  de  substantia  corporis.  Sed  hoc  est  penitus  contra  Aristotelem
et  Avicennam  in  suis  libris  de  animalibus.  Nam  evidenter  et  patenter
docent,  quod  hoc  esse  non  potest,  et  quod  semen  sit  residuum  nutrimenti
optime  digesti,  quo  non  indiget  corpus  ad  restaurandum  derperditum  nec
ad  augmentuni.  Quoniam  post  conversionem  nutrimenti  in  corpus  non
potest  separari  aliquid  a  corpore  sine  dolore  et  poena  .  .  .  sed  decisio
seminis  non  est  cum  dolore  etc.  Commun.  Natur.  I,  Pars  4,  c.  7.
2  Baco  behandelt  die  Lehre  von  den  Functionen  der  Anima  sensitiva  am
ausführlichsten  in  seiner  dem  Opus  majus  einverleibten  Perspectiva,
auf  welche  er  in  Commun.  Natur.  I,  Pars  4,  fol.  85  ausdrücklich  zurückweist: ­
  Parte3  vero  sensitivae  virtutis  ego  posui  cum  omni  diligentia  in
primo  perspectivae.  Quod  caput  est  unum,  in  quo  totum  vulgus  erat  medicorum,
  naturalium  et  theologorum,  et  est  unum  de  difficilioribus  capitulis,
quia  imprimis  contiuens  sapientiae  potestatem.
            
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