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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

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Werner.

Raum  in  einem  wesentlichen  Verhältniss  zu  einander  stehen.
Die  Seele  ist,  wenn  schon  nicht  selber  räumlich  ausgedehnt,
doch  wesentlich  raumfassend,  und  ihre  Einrückung  in  den
himmlischen  Vollendungsstand  wird  ■wohl  nichts  anderes  als  die
vollkommene  Actuirung  ihres  geistigen  Raumfassungsvermögens
bedeuten,  während  umgekehrt  die  jenseitigen  Zustände  des
Leidens  und  der  Pein  neben  der  inneren  Zerrissenheit  wohl
auch  Coarctationen  durch  die  Macht  und  Wucht  der  kosmischen
Wirklichkeit,  zu  welcher  der  von  der  Idee  seiner  selbst  abgefallene ­
  Mensch  in  ein  unwahres  Verhältniss  gerathen  ist,  zu
bedeuten  haben  werden.  Aus  dem  Gesagten  ergibt  sich  die
Nothwendigkeit  einer  Vergeistigung  des  Raumbegriffes.  Nur
darum,  weil  Baco  bei  der  sinnlichen  Raumanschauung  stehen
bleibt,  kann  er  die  Ausserräumlichkeit  der  geistigen  Existenzen
behaupten,  während  in  Wahrheit  eben  die  geistigen  Mächte,  die
in  der  kosmischen  Wirklichkeit  waltenden  Bildungsmächte  die
wirklichen  realen  Raumbegriffe  und  lebendigen  Raumfassungen
sind,  und  zwar  so,  dass  Gott  die  absolute  Fassung  der  Dinge,
die  Geister  und  Seelen  aber  die  lebendigen  Fassungen  der  von
ihnen  beherrschten  kosmischen  Wirklichkeit  sind,  welche  für
sie  durch  die  derselben  immanenten  Gestaltungsmächte  fassbar
gemacht  wird.  Es  ist  demzufolge  unrichtig,  wenn  Baco  sagt,
dass  die  geistigen  Existenzen  weder  eines  Locus  salvans  noch
eines  Locus  continens,  die  elementare  Natur  aber  nur  eines
Locus  salvans  und  keines  Locus  continens  bedürfe.  Alles  Geschaffene ­
  hat  seinen  Locus  proprius  salvans  et  continens,  indem
jedes  Niedere  nebstdem,  dass  es  in  sich  selber  befasst  ist,  auch
in  einem  ihm  übergeordneten  Höheren,  zuhöchst  aber  in  Gott
als  Locus  salvans  et  continens  befasst  ist.
Da  alles  Generable  corruptibel  ist,  so  ergibt  sich  bei
Baco  als  selbstverständlich  der  Satz,  dass  nur  die  intellective
Seele  unsterblich  ist,  während  die  durch  Generation  entstandene
Anima  vegetativa  und  Anima  sensitiva  ihrer  Natur  nach  sterblich ­
  sind.  Die  intellective  Seele  ist  wesentlich  eine  denkende
und  wollende,  und  als  solche  Geist;  also  nur  die  Geister  sind
unsterblich,  die  Seelen  als  solche  sterblich.  Baco  zieht  diese
Consequenz  nicht  förmlich,  weil  er  das  intellective  Denk-  und
Willensprincip  als  Wesensform  des  Menschen  nimmt;  er  unterscheidet ­
  ferner  die  menschliche  Intellectivseele  wesentlich  von
            
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