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Werner.
zwar eine an sicli richtige und fruchtbare Idee, deren wahren
Gehalt er indess nicht erfasst. Das dem organisch gegliederten
Leibe entsprechende psychische Gebilde ist der vollentwickelte
ausgewachsene innere Seelenmensch, dessen Gliederung sonach
das Resultat eines, aus einem anfänglich unentwickelten Realprincipe
heraus erfolgten Entwickelungsprocesses ist. Dieses
Gebilde des gewordenen inneren Seelenmenschen, welches sich
in der entwickelten Leibesgestalt plastisch abdrückt und ausdrückt,
hat mit der von Baco hervorgehobenen Dreitheilung
der Seele nichts gemein.
Baco äussert sich wiederholt tadelnd über die Einmengung
der Imagination in die Gedanken von rein geistigen Dingen,
bleibt aber in Auffassung dieser Dinge bei einem abstracten
Spiritualismus stehen, weil er die im speculativen Vernunfterkennen
zu Tage tretende innigste Einheit der Verstandesund
Phantasiethätigkeit nicht kennt, also das Wesen der denkenden
Seele nicht in der Tiefe seiner concreten Lebendigkeit
zu fassen vermag. Der abstracte Spiritualismus seiner metaphysischen
Ratiocination hat seinen Grund in der ungerechtfertigten
Abtrennung der intellectiven Seele von demjenigen,
was er mit den Scholastikern die Anima sensitiva und vegetativa
nennt; er weiss, mit einem Worte, das Wesen der Seele
nicht voll zu fassen. Diess zeigt sich auch in seinen Angaben
über den Modus der Präsenz der intellectiven Seele im menschlichen
Leibe. Er bleibt bei der Behauptung der Illocalität der
Seele stehen, um daraus zu folgern, dass die Seele nicht in
einem bestimmten örtlichen Punkte des Leibes, sondern im
ganzen Körper substanziell gegenwärtig sei; 1 denn es gebe kein
1 Op. tert., c. 49. — Vgl. hiemit die in der oben (S. 469, Anm. 4) citirten
Epistola Roberts von Lincoln enthaltenen Ausführungen gleichen Inhaltes:
Anima tota essentialiter ubique est in corpore quod vivificat .... Qui
dicunt eam virtute sola per totum corpus diffusam, iinaginantur eam sieut
punctum lucis siturn in corde vel in cerebro, undique a se per totum
corpus radios diffundentis. Haee imaginatio vana est; non enim ipsa
situalis est, cum sit pure iucorporea Solet tarnen anima diei esse
vel situm habere in illa parte corporis, ubi inchoat motiones suas eorporeas
quibus utitur in regimitie corporis, utpote in corde, quia illinc inchoat
motiones corporeas, quibus utitur in vivificando corpore, vel in cerebro,
quia illinc inchoat motiones corporeas, quibus utitur in sentiendo vel
corpus suum localiter movendo.