Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

456

H  o  r  a  w  i  t  z.

(meos  hosce  labores  et  commendares  diuo  Principi—quod  et
antehac  magna  cum  beneuolentia  fecisti)  und  rühmt  seine
Thätigkeit  für  die  Beschirmung-  des  katholischen  Bekenntnisses.
Diese  erhebt  er  noch  mehr  in  dem  unter  Nr.  XVI  abgedruckten ­
  Schreiben,  in  welchem  er  Faber  mit  Paulus  vergleicht,
weil  er  keiner  Mühsal  ausweichend,  Reisen  und  deren  Gefahren
nicht  scheue,  um  das  wankende  katholische  Christenthum  zu
stützen.  Gewiss,  sein  Name  sei  sinnreich  gewählt,  denn  mit
dem  Hammer  seiner  Rede  und  seiner  Schriften  gehe  er  dem
Wahnsinn  der  Ketzer  an  den  Leib.  Nach  ihm  sehnt  er  sich
wie  nach  Keinem  —  nur  der  König  macht  eine  Ausnahme  —
um  1527  spricht  er  seine  Hoffnung  aus,  ihn  und  den  Fürsten
nochmals  vor  seinem  Ende  sehen  zu  können.  Durch  ihn  sucht
er  Erleichterungen  für  sein  Alter  zu  gewinnen,  bei  ihm  tritt
er  für  die  im  Villinger  Streite  arg  bedrängte  Universität  ein,
bei  ihm  verwendet  er  sich  endlich  für  seinen  Beichtvater.  —
Auch  ausser  dem  Verhältnisse  zwischen  Zasius  und  Faber,  für
das  bisher  nur  jene  Dedicationsepistel  an  Faber  und  einige
gelegentliche  Bemerkungen  in  verschiedenen  Briefen  Vorlagen,
bieten  die  drei  Schreiben  des  gelehrten  Romanisten  Manches
Interessante.  Die  erste  Nummer  zeigt  ihn  uns  noch  in  jener
halbgünstigen  Stimmung  für  Luther,  dessen  gerades  kerniges
Wesen  dem  ebenfalls  oft  derb  dreinfahrenden  Zasius  so  gut
gefiel,  wie  er  dessen  Zurückgehen  auf  die  Quellen  selbst.  nur
billigen  konnte.  So  spricht  er  denn  hier  noch  kein  verwerfendes
Urtheil  über  den  Wittenberger  Reformator  aus.  Er  wünscht
von  Faber  eine  Aeusserung  über  seinen  Brief  an  Luther  —•
(die  Annahme  der  Echtheit  dieses  Schriftstückes  wird  durch
diese  Erwähnung  noch  plausibler  gemacht)  —  dessen  Einfluss
er  hoch  anschlägt.  Freilich  fürchtet  er,  es  sei  nunmehr  von
Luther  die  Gnade  gewichen.  —  Er  unterrichtet  uns  auch  über
seine  Collegien,  deren  er  täglich  zwei  abhält,  und  wie  es  ihm
schwer  falle,  Studien  und  Unterricht  zu  verbinden;  kurz  auch
aus  diesen  drei  Briefen  gewinnen  wir  Neues,  auch  aus  ihnen
blickt  des  Romanisten  wohlbekannte  Art.  Ich  lasse  nunmehr
den  Text  derselben  folgen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.