disclie Werke hatte Brassicanus ebenfalls im Sinne, um 1522
schrieb er an Michael Hummelberger : ,Habebis olim e iureperitis
non infimum professorem tuum Brassicanum. Sic enim subincle
cristas erigit, tametsi nihil tale merito CI. meus Cantiuncula nostri
saeculi iure consultoruin primas. Ad quem nuper gustum aliquem
dedi mearum epiphyllidum in quosdam Pandectarum locos,
incitatus huc et a Budaeo et ab Alciato nostris Papinianis, aut
si quod magis excelsum ac aeque honorificum in illos dici
potest. Illorum si non exprimo, tarnen uestigia semper adorod 1
Brassicanus galt bei Cantiuncula sehr viel, dagegen wünschte
Brassicanus sehr, dass Cantiuncula ein Compendium abfassen
solle, eine Bitte, die derselbe auf mannigfache Weise ablehnt.
Er möge — meint er wohl (in unserem Briefe I) — das lieber
von Zasius oder Alciat, den Papinianen des Zeitalters, erwarten,
seit Cicero könnte dies ja Niemand leisten als die Genannten.
Cantiuncula weigert sich übrigens nicht zu jener Arbeit beizutragen,
doch habe er weder Zeit noch Kraft, jene Aufgabe
zu leisten, für die Zasius die richtige Persönlichkeit sei. Auch
in anderen der mitgetheilten Briefe wehrt sich Cantiuncula auf
das Entschiedenste gegen Brassicanus wiederholte Bitten, sich
an die Abfassung des Compendiums zu machen, er entschuldigt
sich mit seiner geringen Kenntniss der lateinischen Sprache —•
was gewiss allzu bescheiden ist — und dem Mangel einer
Kenntniss des Griechischen, klagt über seine Ueberbürdung,
schildert die Schwierigkeit der Aufgabe und geht so weit zu
sagen: Desine rogare et si me amas hac de re deinceps ne
uerbum quidem ad me scripseris! Dagegen will Cantiuncula
durch Brassicanus ,Nachlesen' (racemationes nennt er sie, Brassicanus
spricht von epiphyllides) zu den Pandekten, von denen
er gehört, belehrt werden, auf die langweiligen Buchhändler
will er nicht warten, dringlich erbittet er die Uebersendung
jener, für deren Sicherheit er sich verbürgt (Nr. III).
Diese Bitte wiederholt er auch an anderen Orten (Nr. IV), wo
er von literarischen Erscheinungen, dem Briefe des Erasmus
an Brassicanus und der Erkrankung des ersteren spricht, wo
er Frobenius lobt und die ,Paraphrasis in Matthaeum' ,Christiano
i Cf. meine Analecten zur Geschichte der Reformation und des Humanismus
in Schwaben. Wien 1878, S. 69 (161).