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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

Beiträge  zur  Textkritik  der  Scriptoros  historiae  Augustae.

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der  Ueberlieferung  conferre  nec  te  requirere  potuissem.  Vielleicht ­
  lässt  sich  die  Stelle  dadurch  emendiren,  dass  man  nach
conferrem  stark  interpungirt  und  dann  fortfährt:  nunc  tu,  cum
requirere  (non)  potuissem,  suscipe  bellum.  Der  Gedankengang
ist  folgender:  ,Wenn  ich  Jemanden  wüsste,  der  den  Posten  des
Ulpius  Crinitus  übernehmen  könnte,  so  würde  ich  dich  über
seine  Befähigung  und  Thatkraft  zu  Käthe  ziehen.  Nun  aber,
da  ich  keine  Erkundigungen  hinsichtlich  eines  solchen  Mannes
einziehen  konnte,  übernimm  du  den  Oberbefehl  bei  Nicopolis'.
Aurel.  14,  6:  hoc  igitur,  quod  Cocceius  Nerua  in  Traiano
adoptando,  quod  Ulpius  Traicinus  in  Hadriano,  quod  Hadrianus
in  Antonino  et  ceteri  deinceps  proposita  suggestione  fecerunt,  in
adrogando  Aureliano,  quem  mihi  uicarium  iudicii  tui  auctoritate
fecisti,  censui  esse  referendum.  Ich  vermuthe  repetendum.
Aurel.  32,  3:  nam  Aegyptum  statim  recepit  atque,  ut  erat
ferox  animi,  cogitatione  multus,  uehementer  irascens  .  .  .  occidentem
  petit  atque  ipso  Tetrico  exercitum  suum  prodente  .  ..  legiones
optinuit.  Salmasius  suchte  in  der  Note  z.  d.  St.  zu  beweisen,
dass  multus  hier  synonym  sei  mit  seuerus  und  tetricus;  allein
die  Stellen,  die  er  beibringt,  sind  ganz  anderer  Art  und  nicht
im  entferntesten  beweiskräftig.  Die  Phrase  cogitatione  multus
könnte  vielmehr  weder  für  sich  allein,  noch  in  diesem  Zusammenhänge ­
  anders  gefasst  werden  als  in  dem  Sinne  ,viel
und  gerne  nachdenkend'.  Dass  dies  weder  zu  ferox  animi
und  uehementer  irascens,  noch  zum  Charakter  Aurelians  überhaupt ­
  passt,  ist  einleuchtend.  Daher  wollte  Oberdick  cogitatione ­
  non  multus  schreiben;  Eyssenhardt  setzte  cogitationem
ultus  in  den  Text  und  nahm  eine  Lücke  an.  Ich  glaube
jedoch,  dass  cogitatione  aus  concitatione  verderbt  ist;  concitatione
  multus  aber  heisst  ,heftig,  aufbrausend,  leicht  erregbar'.
Vgl.  Gallien.  14,  8,  wo  Bährens  treffend  concitatis  militibus
statt  des  überlieferten  cogitatis  m.  schrieb.
Aurel.  41,  8:  Ule  nobis  Gallias  dedit,  ille  Italiam  liberauit,
Ule  Uindelicis  iugum  barbavicae  seruitutis  amouit.  Da  in  BP
ille  inde  Uindelicis  steht,  ist  wohl  ille  de  Uindelicis  zu  schreiben.
Tacit.  16,1:  Tacitus  congiarium  p.  B.  intra  sex  menses  uix
dedit.  Eyssenhardt  schrieb  sexies  (VI);  vermuthlich  ist  aber
das  handschriftliche  uix  aus  bis  entstanden,  indem  u  für  b
geschrieben  und  dann  uis  als  uix  gelesen  wurde.
            
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