Beiträge zur Textkritik der Scriptoros historiae Augustae.
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der Ueberlieferung conferre nec te requirere potuissem. Vielleicht
lässt sich die Stelle dadurch emendiren, dass man nach
conferrem stark interpungirt und dann fortfährt: nunc tu, cum
requirere (non) potuissem, suscipe bellum. Der Gedankengang
ist folgender: ,Wenn ich Jemanden wüsste, der den Posten des
Ulpius Crinitus übernehmen könnte, so würde ich dich über
seine Befähigung und Thatkraft zu Käthe ziehen. Nun aber,
da ich keine Erkundigungen hinsichtlich eines solchen Mannes
einziehen konnte, übernimm du den Oberbefehl bei Nicopolis'.
Aurel. 14, 6: hoc igitur, quod Cocceius Nerua in Traiano
adoptando, quod Ulpius Traicinus in Hadriano, quod Hadrianus
in Antonino et ceteri deinceps proposita suggestione fecerunt, in
adrogando Aureliano, quem mihi uicarium iudicii tui auctoritate
fecisti, censui esse referendum. Ich vermuthe repetendum.
Aurel. 32, 3: nam Aegyptum statim recepit atque, ut erat
ferox animi, cogitatione multus, uehementer irascens . . . occidentem
petit atque ipso Tetrico exercitum suum prodente . .. legiones
optinuit. Salmasius suchte in der Note z. d. St. zu beweisen,
dass multus hier synonym sei mit seuerus und tetricus; allein
die Stellen, die er beibringt, sind ganz anderer Art und nicht
im entferntesten beweiskräftig. Die Phrase cogitatione multus
könnte vielmehr weder für sich allein, noch in diesem Zusammenhänge
anders gefasst werden als in dem Sinne ,viel
und gerne nachdenkend'. Dass dies weder zu ferox animi
und uehementer irascens, noch zum Charakter Aurelians überhaupt
passt, ist einleuchtend. Daher wollte Oberdick cogitatione
non multus schreiben; Eyssenhardt setzte cogitationem
ultus in den Text und nahm eine Lücke an. Ich glaube
jedoch, dass cogitatione aus concitatione verderbt ist; concitatione
multus aber heisst ,heftig, aufbrausend, leicht erregbar'.
Vgl. Gallien. 14, 8, wo Bährens treffend concitatis militibus
statt des überlieferten cogitatis m. schrieb.
Aurel. 41, 8: Ule nobis Gallias dedit, ille Italiam liberauit,
Ule Uindelicis iugum barbavicae seruitutis amouit. Da in BP
ille inde Uindelicis steht, ist wohl ille de Uindelicis zu schreiben.
Tacit. 16,1: Tacitus congiarium p. B. intra sex menses uix
dedit. Eyssenhardt schrieb sexies (VI); vermuthlich ist aber
das handschriftliche uix aus bis entstanden, indem u für b
geschrieben und dann uis als uix gelesen wurde.