Beiträge zur Textkritik der Scriptores historiae Augustae.
399
ctuis suis audierant, niulta didicerunt. et certe Africam diomano
imperio senatus rtdiunxit, Gallium senatus subegit et Hispcmias,
orientalibus pöpulis senatus dedit, leges, Parthos ternptauit senatus.
So Peter; aber in dieser Fassung ist die Stelle ganz unverständlich.
Nimmt man an — und dies ist das natürlichste —
dass der Nachsatz zu dem conditionalen Vordersätze mit den
Worten non ad TJitellios beginnt, so ergibt sich die zweifache
Unzukömmlichkeit, dass in dem Satze in imperio ... Postumiorum
die Ellipse von essent anzunehmen ist, und dass dieser
Satz nicht in den Zusammenhang passt. Denn der Gedanke:
,wenn der Senat, nicht aber Einer herrschen würde, so wäre
ein Vitellius und Nero unmöglich gewesen und unsere alten
Geschlechter wären im Besitze der consularischen Gewalt'
entbehrt aller Logik, da die Nachsätze nicht zusammenpassen.
Daher hatten die früheren Herausgeber Recht, wenn sie nach
uenissent stark interpungirten. Freilich bleibt auch so die
harte Ellipse stehen, und das folgende de quibus . . . didicerunt
ist vollkommen sinnlos, ausser man schreibt mit Obrecht diddderunt.
Ich glaube den Schwierigkeiten auf eine andere Weise
abhelfen zu können. Liest man nämlich adiecerunt für didicerunt,
und nimmt man an, dass dieses Verbum zu gentes gehört,
so fehlt zwar das Verbum in dem Satze de quibus patres uestri;
allein aus dem Zusammenhänge lässt sich leicht ein dixerunt
oder locuti sunt ergänzen und diese Ellipse mit Beispielen verwandter
Art belegen.' Die ganze Stelle aber wird so vollkommen
verständlich: in imperio consulari nosträe illae gentes
Ceioniorum Albinorum Postumiorum, de quibus patres uestri
(locuti sunt), qui et ipsi ab auis suis audierant, multa adiecerunt:
et certe Africam Romano imperio senatus adinnxit,
Gallium senatus subegit et Hispanias et rel. Der Sinn ist:
,Wenn der Senat herrschen würde, so würden nicht so verächtliche
Menschen, wie ein Vitellins, ein Nero, ein Domitian, die
' Vgl. Triff. 8, 4: sed de hoc nimis multa (erg. dixi), de quo illud addidisse
satis est. Trig. 32, 1: Docet. Dexippus, nec Ilerodicinus tacet omnes-!ug
qui talia legendci postßris tradiderunt (erg. dicuntI). Claud. 1, 1: uentum
e,9 f °-d principem Claudiitm, qui nobis intuitu Gonstanti Caesaris cum cura
in litt.eras digercnduR estl. de quo ego idcirco vecusare non potui (erg- quo
minus in littevas digererenj. Mehr bei Plew p. ,06.