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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

Beiträge  zur  Textkritik  der  Scriptores  bisfcöme  Augustae.

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in  der  Nähe  der  Stadt  gelegen  war.  Dies  vorausgeschickt,  ist
die  Emendation  der  Stelle  nicht  so  schwierig.  Die  Worte
fundum  inubiit  der  Handschriften  sind  nämlich  durch  die
doppelte  Schreibung  des  m  aus  fundum  (e)  uenit  entstanden.
Es  ist  demnach  hinter  fundum  zu  interpungiren  und  dann
fortzufahren  euenit  etiam  in  Ms  hortis:  cum  Tiumi  iacens  epularetur
  et  rel.  Nach  euenit  sollte  man  allerdings  ein  ut  erwarten;
aber  die  leichte  Anakoluthie  ist  durch  die  Länge  der  folgenden
Periode  veranlasst,  und  ich  finde  es  daher  auch  nicht  für
nöthig,  zu  der  nahe  liegenden  Vermuthung  euenit  etiam  (id)  in
Ins  hortis  die  Zuflucht  zu  nehmen.
Seuer.  9,  6:  in  multos  saeue  animaduertit,  praeter  ordinem
senatorium,  qui  Nigrum  fuerant  secuti.  multas  etiam  ciuitates
eiusdem  partis  iniuriis  adfecit.  BP  bieten  se  statt  saeue.  Wahrscheinlich ­
  ist  dem  folgenden  multas  etiam  entsprechend  zu
schreiben:  in  multos  et  animaduertit.  Aus  der  Dittographie
multos  set  war  multos  se  entstanden.
Al.  Seuer.  55,  1  :  cum  ipse  cornua  obiret,  milites  admoneret,
sub  ictu  teli  uersaretur.  BP:  subiectustu  teli,  was  auf  ein  ursprüngliches ­
  subiectus  felis  hin  weist.
Die  Scriptores  h.  A.  sind  von  Glossemen  und  Interpolationen ­
  mannigfacher  Art  nicht  frei  geblieben.  Gallien.
11,  3:  Cum  tarnen  sihi  milites  dignum  principem  quaererent,
Gallienus  apud  Athenas  archon  erat,  id  est  summus  magistratus.
Schon  die  Thatsache,  dass  unsere  Autoren  sich  zahlreicher
griechischer  Wörter  bedienen  (vgl.  die  Zusammenstellung  bei
Paucker  p.  38  —  48),  lässt  darauf  schliessen,  dass  Pollio  weder
für  sich  selbst,  noch  für  seine  Leser  einer  Erläuterung  des
Wortes  archon  bedurfte.  Die  Vermuthung  wird  jedoch  dadurch ­
  zur  Gewissheit,  dass  an  anderen  ähnlichen  Stellen  die
Hand  eines  Interpolators  mit  Sicherheit  erkannt  werden  kann
und  auch  erkannt  worden  ist.  Auid.  Cass.  3,  7:  sed  per  ordinem ­
  paraeneseos.  [hoc  est  praeceptionum]  per  triduum  disputauit.
Max.  et  Balb.  8,  6:  ut  dumm  sanguine  litato  specie  pugnarum
se  Nemesis  [id  est  uis  quaedam  Fortunae]  satiaret.  Nach  diesen
Beispielen  ist  es  nicht  zweifelhaft,  dass  die  Worte  id  est
summus  magistratus  als  Interpolation  aufzufassen  und  zu  entfernen ­
  sind.
            
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