'mmm
« ä shmke ’imsar**»*'* .■* ■■
3b4 Petsckenig.
gründen in solcher Weise und mit solchem Erfolge gekämpft
wie hier. Denn — und dies hat Salmasius nicht geahnt, Jordan
aber recht wohl gesehen — erkennt man die Lesart quos . . .
consecrata sit als die richtige an, so sind die folgenden Worte
unhaltbar, ausser man hält folgenden Gedanken für möglich:
in Antonino pietas Antoninum consecraint, in Uero bonitas Uerum
et rel. Das einzige Wörtchen quos hat also nicht bloss ein unerhörtes
Deponens consecror erzeugt, sondern auch Veranlassung
gegeben, eine ganze Zeile des Textes als unhaltbar zu verwerfen.
Ist aber die Lesart quo in der That so verkehrt, wie
Salmasius und mit ihm die neuesten Herausgeber annehmen?
Ich meine, der Gedanke, dass die Liebe des Volkes drei
Fürsten und mit denselben zugleich ihre hervorragendsten
Eigenschaften vergöttert habe, sei gar nicht unpassend, sondern
im Gegentheile sehr schön und würdig und zeuge von einer
höheren, philosophischen Auffassung der Kaiser-Gonseeration.
Also nicht die Frömmigkeit, Güte und Weisheit hat den Antoninus,
Vcrus und Marcus vergöttert, sondern das Volk in
seiner Liebe vergötterte diese drei und in ihnen ihre Tugenden.
Nicht selten kommt es vor, dass der ungewöhnliche Gebrauch
einzelner Rcdetheile, die Anwendung seltener
oder seltsamer Structuren angefochtcn und durch Conjectur
beseitigt wird, während gerade hier die grösste Vorsicht geboten
ist. Denn wir sind über kein Gebiet des Lateins so wenig
unterrichtet wie über die Syntax der Vulgärsprache. Rechnet
man dazu noch die Licenzen, welche der Eigenart des Schriftstellers
ihren Ursprung verdanken und die oft nur durch sorgfältiges
Studium als solche erkannt werden können, so wird
man geneigt sein, der Ueberlieferung ein grösseres Gewicht
beizulegen, als dies bisher der Fall war. Das Ungewöhnliche
einer Construction beweist noch nicht entfernt, dass dieselbe
nicht thatsächlich gewagt wurde. So lesen wir z. B. Hadr.
22, 6 in den Ausgaben: sederi equos in ciuitatibus non siuit.
Kellerbauer, der dies für unmöglich hält, will in equis lesen
und führt zum Belege für seine Vermuthung fünf Stellen aus
den Scriptores an. Dennoch ist die Emendation nichts weniger
als richtig, da sich nedere oft genug als Verbum transitivum
gebraucht findet. Vgl. Hygin. f. 61: quadrigam sedens. Anth.
Lat. I, 350, 4 (Riese): sederat umbra uiam. Optat. Mileuit.