362
rctsclienig.
angeführt von Rönsch, Itala und Vulgata, 2. Aull., S. 260—
262, und von Schucliardt, Der Vocalismus des Vulgärlateins,
II. Bd., S. 188.
Pius 10, 4 liest man bei Peter: facilius fuit Apollonio a
Calchide Romarn iienire quam a domo sua in palatiurh. Hier
bietet B chalcliida, P calchida. Zweifellos haben wir es da
mit der bekannten Form der Heteroklisic zu thun, nach welcher
griechische Substantiva der dritten Declination im Lateinischen
in die erste Umlauten; Beispiele findet man zur Genüge bei
Neue, Formenlehre, I. Bd. S. 329 ff. Zu schreiben ist also
Calcliida, desgleichen Gallien. 1, 1 mit BP Persida. Für letzteres
fand ich folgende Beispiele: Commodian. carm. apolog.
925: de Persida liomo immortalem esse se dicit. Porph. ad Horat.
Od. II, 2, 17: a rege Cyro, qui primus in Persida (so Cod.
Monac.) regnauit. Comment. Bernens. in Lucan. III, 256:
Tigris et Evfrates oriuntur in Persida. — Hadr. 12, 4 bietet
B tarraconam, P tarraconem, aber die beiden letzten Buchstaben
in Rasur, wonach die Lesart des Archetypus unzweifelhaft
Tarraconam war. Sehr wahrscheinlich ist auch Maximin.
8, 5 nach BP zu schreiben: alii Scironam . . . multi Tyjonam
uel Gigantam, obwohl griechische Masculinformen seltener
umlauten. Doch findet sich Fulgent. Myth. III, 2 Perdica
(nom. propr.) für Perdix, Hygin. f. 155 Arcada für Areas. —
Marc. 25, 12 bieten BP alexandre, was jedenfalls auf die Form
Alexandreae führt.
Gord. 2, 4: ipse post considatum . . . ad proconsulatum
Africae missus est. Statt ipse post überliefern die Handschriften
ipsos. Kellerbauer hält dafür, dies sei aus Versehen für post
geschrieben worden; ich glaube vielmehr, dass es durch Buchstabenversetzung
aus is pos entstanden ist. pos ist in Handschriften
so häufig statt post überliefert, dass es unbedenklich
als berechtigte Nebenform gelten kann. Vgl. Schucliardt, Vocalismus
I, S. 122, Rönsch, It. u. Vulg. 2 S. 470 und 525.
Wir haben es im Vorstehenden versucht, eine Anzahl
von Wortformen durch Analogien zu stützen und zu vertheidigen.
Es wäre jedoch keineswegs gerechtfertiget, wollte man das
Princip der Analogie auf alle Stellen ausdehnen, an denen ungewöhnliche
Formen überliefert sind. Manche Vulgarismen,
welche man als solche erkennen wollte und zu registriren nicht