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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

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rctsclienig.

angeführt  von  Rönsch,  Itala  und  Vulgata,  2.  Aull.,  S.  260—
262,  und  von  Schucliardt,  Der  Vocalismus  des  Vulgärlateins,
II.  Bd.,  S.  188.
Pius  10,  4  liest  man  bei  Peter:  facilius  fuit  Apollonio  a
Calchide  Romarn  iienire  quam  a  domo  sua  in  palatiurh.  Hier
bietet  B  chalcliida,  P  calchida.  Zweifellos  haben  wir  es  da
mit  der  bekannten  Form  der  Heteroklisic  zu  thun,  nach  welcher
griechische  Substantiva  der  dritten  Declination  im  Lateinischen
in  die  erste  Umlauten;  Beispiele  findet  man  zur  Genüge  bei
Neue,  Formenlehre,  I.  Bd.  S.  329  ff.  Zu  schreiben  ist  also
Calcliida,  desgleichen  Gallien.  1,  1  mit  BP  Persida.  Für  letzteres ­
  fand  ich  folgende  Beispiele:  Commodian.  carm.  apolog.
925:  de  Persida  liomo  immortalem  esse  se  dicit.  Porph.  ad  Horat.
Od.  II,  2,  17:  a  rege  Cyro,  qui  primus  in  Persida  (so  Cod.
Monac.)  regnauit.  Comment.  Bernens.  in  Lucan.  III,  256:
Tigris  et  Evfrates  oriuntur  in  Persida.  —  Hadr.  12,  4  bietet
B  tarraconam,  P  tarraconem,  aber  die  beiden  letzten  Buchstaben ­
  in  Rasur,  wonach  die  Lesart  des  Archetypus  unzweifelhaft ­
  Tarraconam  war.  Sehr  wahrscheinlich  ist  auch  Maximin.
8,  5  nach  BP  zu  schreiben:  alii  Scironam  .  .  .  multi  Tyjonam
uel  Gigantam,  obwohl  griechische  Masculinformen  seltener
umlauten.  Doch  findet  sich  Fulgent.  Myth.  III,  2  Perdica
(nom.  propr.)  für  Perdix,  Hygin.  f.  155  Arcada  für  Areas.  —
Marc.  25,  12  bieten  BP  alexandre,  was  jedenfalls  auf  die  Form
Alexandreae  führt.
Gord.  2,  4:  ipse  post  considatum  .  .  .  ad  proconsulatum
Africae  missus  est.  Statt  ipse  post  überliefern  die  Handschriften
ipsos.  Kellerbauer  hält  dafür,  dies  sei  aus  Versehen  für  post
geschrieben  worden;  ich  glaube  vielmehr,  dass  es  durch  Buchstabenversetzung ­
  aus  is  pos  entstanden  ist.  pos  ist  in  Handschriften ­
  so  häufig  statt  post  überliefert,  dass  es  unbedenklich
als  berechtigte  Nebenform  gelten  kann.  Vgl.  Schucliardt,  Vocalismus ­
  I,  S.  122,  Rönsch,  It.  u.  Vulg. 2  S.  470  und  525.
Wir  haben  es  im  Vorstehenden  versucht,  eine  Anzahl
von  Wortformen  durch  Analogien  zu  stützen  und  zu  vertheidigen.
Es  wäre  jedoch  keineswegs  gerechtfertiget,  wollte  man  das
Princip  der  Analogie  auf  alle  Stellen  ausdehnen,  an  denen  ungewöhnliche ­
  Formen  überliefert  sind.  Manche  Vulgarismen,
welche  man  als  solche  erkennen  wollte  und  zu  registriren  nicht
            
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