lieber die weichen a-, o- und «-Silben im Alfcbohmischen.
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in Böhmen); theils bestanden sie auf demselben Dialektgebiete
in gewissen Fällen gleichberechtigt neben einander, und zwar
bestanden «-Formen im Bereiche des /«-Dialekts: povylwje
neben povyä/wje, posl« n. posl/«, posl« n. posli«, pisi« n. pis/z«,
Sv je n. c/«je, vs?zdy n. v§/itdy u. s. w.
4. Die jotierte Form dus/it, sbozi«, . . . ging durch die
vom /-Laute bewirkte Assimilation in i über, aus dem y«-Dialekt
wurde ein «-Dialekt: dus«, sboz« . . .
5. Der Uebergang von -/« zu -i, dus/« — dus«, war aber
nicht unmittelbar, sondern durch einen Uebergangslaut vermittelt,
der fehlerhafte Schreibungen wie wod«/«cz Pass. 343
statt vod«c möglich gemacht hat.
G. Die unjotierte Form dus«, sboz« . . . dagegen ist unverändert
geblieben, weil sie den die Veränderung bewirkenden
/-Laut nicht hatte; sie besteht als charakteristisches Merkmal
des neuböhmischen «-Dialekts (in Mähren u. s. w.) und hat
sich auch im «-Dialekt (im eigentlich Böhmischen) in gewissen
Fällen erhalten, theils alleinig geltend, theils in der Umgangssprache
gebräuchlich anstatt der assimilierten Form der Schriftsprache,
und zwar in denselben Fällen, in denen auch schon
der alte /«/-Dialekt, zwischen n- und //«-Formen schwankte:
povysz/je (nicht povystje), posl?« neben veraltetem poSl«, pis«
neben grammatischem pis«, piso« neben pis«', cujv neben ö«j/',
cz/ch neben cz'ch u. ä. —
Zum Schlüsse noch eine Bemerkung über den Werth der
durch die Untersuchung der weichen, e-, a-, o- und «-Silben
gewonnenen Resultate. Er ist in doppelter Hinsicht zu schätzen:
für die Geschichte der böhmischen Sprache und für die altböhmischen
Handschriften.
Für die Geschichte der Sprache hat die Betrachtung der
e-Silben ergeben, dass im Altböhmisclieu zwischen e und e
(lang e und ie) ein etymologischer Unterschied bestanden habe,
und dass in dieser Hinsicht die organischen Wechselbeziehungen
zwischen der böhmischen Sprache des XIII. und XIV. Jahrhunderts
einerseits und den übrigen Slavinen, namentlich aber
dem Altslovenisehen andererseits viel deutlicher und lebendiger
waren, als man geahnt hat. Ferner hat die Betrachtung der
«-Silben die Spaltung der böhmischen Sprache in den heutigen
Sitzungsber. d. phil.-bist. CI. XCJII. Bd. II. Ilt't. 23