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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

TTeber  die  weiclien  ci-,  o-  und  «-Silben  im  Altböhmischen.

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dem  von  Schmidt,  Beiträge  6.  137,  angenommenen  «-ähnlichen
ju,  welches  in  Entlehnungen  das  griechische  u  vertritt,  *6ptoq
—  kjuri,  und  dem  von  Miklosich,  Altsloven.  lautlehre  3  167,
in  Fällen  wie  1/ubo  —  libo  als  Mittelglied  zwischen  asl.  ju
und  i  angesetzten  j^.  Aehnliches  findet  sich  auch  für  den
Uebergang  a-e,  dusa  —  duse;  das  z.  B.  in  Teslaene  (Erben,
Regesta,  in  einer  Urkunde  vom  Jahre  1228),  Mesea  (eb.,  Urk.
1184)  u.  a.  geschriebene  ae  (oder  e)  und  ea  darf  wohl  als  die
beiläufige  Darstellung  eines  zwischen  a  und  e  liegenden  Uebergangslautes
  betrachtet  werden.  Ein  ähnlicher  Uebergangslaut
hat,  nehmen  wir  an,  die  Assimilation  ju-i  vermittelt,  und  da
es  zweckmässig  erscheint,  ihn  in  der  Schrift  durch  einen  einfachen ­
  Buchstaben  andeuten  zu  können,  so  wählen  wir  hiezu
das  Zeichen  y.  Nach  dieser  Auffassung  würde  wodywcz  Pass.
343  statt  vodfö  u.  ä.  nicht  auf  hören  ein  Schreibfehler  zu  sein,
aber  das  Fehlerhafte  an  ihm  wäre  bedeutend  gemildert.  Eine
solche  Milderung  stimmt  aber  ganz  gut  zu  dem  ganzen  Charakter ­
  des  Pass.,  das  unbedingt  zu  den  musterhaftesten  Denkmälern ­
  der  böhmischen  Sprache  zu  zählen  ist  und  dennoch
diesen  Fehler  so  häufig  bietet,  und  seine  also  gemilderten
Fehler  sind  wiederum  ein  Zeugniss  für  den  einstigen  Bestand
des  angenommenen  Mittellautes  y.  Als  weitere  Zeugnisse
könnten  die  Reime  lyttda  :  vida  LAI.  422,  prziezaduczy«  :  vsemoliüc«
  Hrad.  47 a  und  folgende  Imperative  des  i^Wittb.  angeführt ­
  werden:  nezatraczyu  duse  me  25  statt  nezatracjfw/,
nezatraczyu  mne  27,  neotwraczyu  obliööje  tvelio  ote  mne  101,
ni  sö  ukroczyu  neque  compescaris  82,  obkluczyumy  obliöej
jeho  94  statt  obkluö/iy’my  und  nenaweselyute  s§  34.  Bei  hartstämmigen ­
  Verben  dieser  Classe  ist  mir  eine  solche  Imperativform ­
  nicht  vorgekommen,  etwa  radu  statt  radty,  rad««te  statt
radiyte;  dagegen  werden  die  altböhmischen  Imperative  I.  7
pij,  pijte  .  .  .  gewöhnlich  nur  so  geschrieben,  als  ob  sie  pi,
pite  .  .  .  lauteten;  es  ist  demnach  anzunehmen,  dass  dem
Schreiber  des  2iWittb.  der  Imperativ  der  weichstämmigen
Verba  der  VI.  Classe  nicht  mit  einem  solchen  -uj  lautete,  wie
es  im  harten  raduj,  radwyte  gehört  wird,  sondern  mit  einer
Silbe,  die  wir  mit  -yj  bezeichnen  und  die  eine  solche  Zusammenziehung
  zuliess  und  an  die  Pland  bot,  wie  wenn  pij  in  p*
zusammengezogen  wird;  es  wäre  aber  nicht  richtig,  wenn  man
            
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