Ueber die weichen a-, o- und «-Silben im Altböhmischen.
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1. Die heutige böhmische Sprache (im weitesten Sinne)
spaltet sich bezüglich der in Rede stehenden Assimilation in
zwei Dialekte, den «-Dialekt (dus«, in Böhmen) und den u-Dialekt
(dusu, Mähren, Schlesien und Slowakei). Im Sinne des
obigen Satzes ist der heutige «-Dialekt eine Umwandlung des
ehemaligen jw-Dialekts (dusjv, altböhmisch im engeren Sinne)
und es ist daher zu gewärtigen, dass altmährische, altschlesische
und altslovakische Handschriften (wenn sich welche vorfinden)
unjotiertes, altböhmische dagegen jotiertos u bieten werden.
Dieses theoretische Postulat wird durch die Denkmäler Boh.
und das freilich ausserhalb unseres Beobachtungskreises liegende
Fragmentum concionatorium (Archiv für slav. Philol. 1.
617—620) thatsächlich bestätigt. Diese Denkmäler, denen
vielleicht auch das Fragment AlxH. beizuzählen ist, beweisen
es anderweitig, dass sie mährischen oder mährisch-schlesischen
dialektischen Ursprunges sind — nämlich durch häufiges dz
und c für d und t: dwadczieczi czizuczow AlxH. l a und l b ,
d. i. dvadcöci cisücöv statt dvacöfi tisiucöv, czizucz 2 b (2), d. i.
cisüc statt tisiuc, mämf dzyekowaczi Boh. 354, d. i. dzökovaci
statt dekovati, podle ludzy 352, d. i. ludzi statt ljudi, hrechy
odpustziczy Frag. conc. 620, d. i. odpuseici statt odpustiti u. ä.
— und sie entsprechen auch unserem Postulate, indem sie
regelmässig unjotiertes u haben: Boh. bietet es ohne Ausnahme,
AlxH. hat eine einzige Ausnahme in po przirozenyu
2 b , d. i. po pfirozem'?«, also in einem Falle, wo die Jotation
etymologisch berechtigt ist (-iu aus -iju), und das Fragm.
concion. hat wiederum nur unjotiertes und kein jotiertes u.
Z. B. na fararzu Boh. 351, swyetlnyczu Accus. 348, peczu
343, d. i. pecu, przu 353, na zemu 340, rzeczu Instr. 340,
d. i. fecü, wyzu 1. sing. 353, lud 347, zirdezu svemu AlxH.
2 b , jednu zemiczu l a , majiic pechzu l b , wssu moczu l b , horssu
vnadu 2 a , zlyssu l a , k odpustzenu Frag, concion. im Archiv
1. 618, d. i. k odpusceM, za dussu 619, wassu modlidbu 618,
s radostzu 619, obcczu spowet 620 . . ., wogegen z. B. DalC.
na orzyu 21, skonczyenyu takemu 18, na onu studnyczyu 19,
o pokoji peczyu möjiese 58, v nedyelyu 32, kdezto moczyu
nedoteku 9, wassyu biedu 19, wassyu hospodii 4, wyzyu 21,
lyud 23 u. s. w. hat. — Das Fragm. concion. hat freilich auch
assimilierte Formen, z. B. k milemu spasitely 618, d. i. spasi-