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G e b a u e r.
einzige zu finden; Abweichungen aber, wie buogyowe im jüngeren
Theile des Pass. 47, statt bojove, ohnyowymy fetözi im
Passionale vom J. 1379 statt des entsprechenden ohnowymi
fetezi im ältesten Pass. 458, ratagyowe CEvang. 23, k ratagiom
23 st. ratajom, ku plawisstyom 31 st. plaviitöm u. ä. beeinträchtigen
unsere Regel nicht im Mindesten, da sie aus
Handschriften stammen, die schon starke Spuren der späteren
(oben erklärten) Schreibweise an sich tragen und die Jotation
oft zu einer bloss graphischen Andeutung der weichen Aussprache
des Consonanten an wenden; auffallend sind mir nur
zwei Ausnahmen in Hrad., die mit den in diesem Codex häufig
vorkommenden Schwankungen zwischen o und e (ciesarovi —
ciesarevi) Zusammenhängen dürften: da to miesto nyemcziom,
otkads jinym czuzozemcziom Hrad. 20 (neben nyemczom eb.
25 a . 26 b u. a.).
Hier soll auch der Umstand zur Rede gebracht werden,
dass die böhmische Sprache weiche o-Silben überhaupt besitzt,
denn diese sind im Slavischen eigentlich eine Anomalie; statt
ihrer kommen in der Regel e-Silben vor, deren e durch Assimilation
des ursprünglichen o entstanden ist. Vergl. asl. selo
und morje, \oie, lice, synove und zmijeve, togo und mojego u. s. w.;
Miklosich, Altsloven. Lautlehre 3 17. Diesen im Altslovenischen
regelmässig auftretenden e-Silben entsprechen aber im Böhmischen
theils e-, theils o-Silben, letztere namentlich in Zusammensetzungen
wie licomerny asl. licemertni>, und in den
Verbindungen -ov, -om: Dat. Loc. sing, oräöovi, Dat. Instr. du.
oräcoma, Nom. Voc. pl. oräcove, Gen. oracov, Dat. oräcom,
plavistdm (CEvang. 31), Loc. sing, v nom, ve vsom (dialektisch
statt des grammatischen v nein, vsem), kral'ovati, krälov,
krälova, kralovna, kralovstvie u. s. w.
Auf die Frage, wie es denn komme, dass dem ursprünglichen
(j)o im Altslovenischen e, im Böhmischen aber theils e,
theils o entspricht, antwortet man, dass es auch im Böhmischen
einstens nur assimilierte e-Silben gegeben habe, dass aber die
Assimilation in gewissen Fällen mit der Zeit aufgehoben wurde
und o-Silben neu eingeführt erscheinen. Die causa movens
war hiebei die Analogie, die assimilierten Formen Nom. pl. kraleve,
Inf. kralevati u. ä. haben unter dem Einflüsse der analogen