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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

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ETeber  die  weichen  a-,  o-  und  «-Silben  im  hltbölirnischen.  309
Abweichungen,  die  seit  der  zweiten  Hälfte  des  XIV.  Jahrhunderts ­
  je  weiter  desto  häufiger  werden,  bestätigen  es,  dass
diese  Silben  weich  gelautet  haben,  letal  und  nicht  letal  u.  s.  w.,
und  sind  Beweise  —  nicht  einer  vollzogenen  Sprachveränderung,
  letyal  in  Pror.  3 a  hat  ebenso  gelautet,  wie  letal  in
2lWittb.  117,  nämlich  letal,  sondern  —  einer  neuen  Rechtschreibung, ­
  deren  Aufkommen  mit  dem  Schicksal  der  weichen
e-Silben  zusammenhängt  und  also  zu  erklären  ist:  der  alte
lautliche  Unterschied  zwischen  e  und  e  wurde  in  der  Schrift
durch  e  und  ie,  ye  bezeichnet,  z.  B.  pro  ?iezto  zahanbenie,
propter  quod  Pass.  297,  d.  i.  pro  wezto  asl.  ne-,  und  pro  nyezto
hfiechy,  propter  quos  Modi.  93%  d.  i.  pro  neito  asl.  he;  hierin
bedeutet  das  geschriebene  n  den  Laut  n,  und  ye  den  Laut  e,
also  n-ye-  =  n-e-;  mit  der  Zeit  ging  die  Aussprache  ne-  verloren ­
  und  das  geschriebene  nye-  wurde  ile  ausgesprochen;  war
aber  geschriebenes  nye  =  ne,  so  hat  man  ny-  als  eine  den
Laut  n  bezeichnende  Buchstabenverbindung  aufgefasst  und  so
lag  es  an  der  Hand,  auch  sonst  ny-,  dy-,  ty-  oder  ni-,  di-,  tifür
  n,  d,  f  zu  schreiben  und  überhaupt  die  Jotation  zur  schriftlichen ­
  Andeutung  der  weichen  Aussprache  gewisser  Consonanten
  zu  verwenden:  letal  geschrieben  letyal,  rozwodüaly  geschr.
rozwod?i«/aly,  und  ebenso  ohiiovy  geschr.  oh??yowy  (im  Pass,
vom  J.  1379),  stäse  geschr.  stasie  Kat.  14  und  stasye  eb.  156,
le  geschr.  zie  NRada  40,  stedrost  geschr.  sstiedrost  56  u.  s.  w.
II.  o,  ö.
Für  die  weichen  o-Silben  ist  in  den  Handschriften  dieselbe ­
  Regel  zu  finden,  wie  für  die  «-Silben,  mit  der  Vereinfachung, ­
  dass  es  keinen  altböhmischen  Diphthongen  io  gegeben
hat  und  dass  demnach  in  der  Schrift  ein  praejotiertes  o  (-io
oder  -yo)  unberechtigt  ist.  Auch  der  Beweis  soll  hier  in  derselben ­
  Weise  wie  bei  den  a-Silben  durchgeführt  werden.
1.  Dat.  Loc.  sing,  der  jVStämme:  ke  kralowi  Pass.  354,
d.  i.  krälovi,  unjotiert,  ebenso  wie  otczowi  Pass.  418,  ciesarzowi
  296,  papezowi  325,  memu  towarzissowi  457.
2.  Nom.  Voc.  plur.  derselben  Stämme:  kdyz  konowe
mnozstvie  vozöv  potrhli  Pass.  484,  d.  i.  konovd,  vsichni  ohnowe
            
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