Die Entwicklung der Staatswissenachaft bei den Griechen.
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auch hier Gewalt hat, das erzeugt er sich selber und strebt
darnach es zu erzeugen. Es genügt daher nicht jene Mächte
zu beseitigen; fast schwieriger als der Kampf mit ihnen selbst
ist der Kampf mit dem persönlichen Wunsche sie zu besitzen.
Und hier ist es, wo Lykurg am meisten geleistet hat und wo
er sich von Solon am tiefsten unterscheidet.
Denn jenem Stroben nach Genuss kann man nur eines
entgegensetzen und das ist die Verachtung ihrer selbst und
diejenige der sie Geniessenden. Soll aber diese erst durch
Reflexion entstehen, so kommt sie zu spät. Soll sie aus dem
subjectiven Gefühle, in welchem sie doch niemals ganz gesichert
ist, zur objectiven Macht werden, so muss sie auf
Grundlage der Erziehung sich zur geltenden Volkssitte gestalten.
Das aber kann sie wiederum nur dann, wenn diese
Erziehung selbst von jedem Einflüsse der Verschiedenheit des
Vermögens die bloss physische Entwicklung des Menschen zum
Inhalt hat und damit zur absoluten Gleichheit der Erziehung
wird. Erst dadurch konnte Lykurg das Grosse sichern, das
er für das Leben des Besitzes erreicht hatte.
Und das ist ihm gelungen. Wir glauben an diesem Orte
über die Formen der spartanischen Erziehung um so weniger
etwas sagen zu sollen, als sie schliesslich ungemein einfach
war. Es war die ohne Rücksicht auf Besitz und Stand der
Eltern für alle gleiche, rauhe, geistlose Erziehung der Soldatcnkinder,
deren Grundlage Strenge und Entbehrung neben der
Achtung vor den , Altgedienten*, deren Inhalt Leibes- und
Waffen Übung, deren Ziel und Ruhm Waffenleistung war. Damit
aber nicht im Hintergründe wie bei den alten Pasargaden, die
Aussicht auf glänzendes Leben nach der Mündigkeit das harte
erträglich mache, waren ja die Eltern selbst arm; für den
Knaben gab es keine Zukunft im väterlichen Hause; er war
und blieb ein ,Kind des Regiments*; und dass er nicht, vom
alten herrschenden Adel abstammend, lüstern nach den Töchtern
der Heloten schiele, liess Lykurg die Kinder beider Geschlechter
gemeinsam und fast unbekleidet ihre Gymnastik treiben. So
war das ein Ganzes in sich und doch nur ein Tlieil eines
grösseren Ganzen. Denn wer stand dafür, dass der Ankla'ng
an geistige Bildung und höhere Bedürfnisse nicht denn doch
zuletzt den Wunsch nach einem edleren Dasein in der Brust