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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Basler  Bearbeitung  von  Lambrechts  Alexander.

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Wenn  ich  hier  übrigens  A  diese  Thätigkeit  zuzuschreiben  scheine,
so  will  ich  damit  durchaus  nicht  gesagt  haben,  dass  ich  diesen
Zug  für  eine  Zuthat  des  deutschen  Bearbeiters  halte,  vielmehr
bin  ich  überzeugt,  dass  die  Sage  schon  von  Aubry  de  Besauen
herangezogen  worden  sei,  denn  dadurch  erledigen  sich  am  besten
alle  historischen  Schwierigkeiten,  die  früher  so  viel  Kopfzerbrechens ­
  verschuldeten  1  —
ist  aber  2.  die  Lesart  von  A  durch  M  repräsentiert,
dann  bieten  VB  einen  gemeinsamen  Fehler,  und  die  Sage
ist  trotzdem  nicht  rein  überliefert,  sondern  eine  Mischung
eingetreten;  das  historisch  beglaubigte  ,Räthsel‘  steht  da,  es
wird  aber  in  dem  apokryphen  Briefe  beantwortet.  Durch
diesen  Umstand  wird  wahrscheinlich,  dass  M  aus  genauerer
Kenntniss  der  Sage  die  Zuthat  des  Käthsels  nicht  gemacht
haben  könne,  denn  dann  hätte  der  Bearbeiter  wohl  alles  Unrichtige ­
  entfernt  und  irgend  eine  passende  Aenderung  des
Reimes  brieue  :  sliefe  leicht  gefunden.  Wir  müssten  denn  annehmen, ­
  auch  die  Erinnerung  des  Bearbeiters  sei  keine  getreue
gewesen.
Es  ergibt  sich  also  der  Schluss,  M  enthalte  das  Richtigere:
damit  aber  keineswegs  das  Richtige,  denn  die  Verse  tragen  so
ganz  den  Stempel  von  M  an  der  Stirne,  dass  unmöglich  eine
gemeinsame  Lücke  in  VB  angenommen  werden  kann,  wohl
aber  ein  Fehler.  Ich  glaube  nämlich,  A  habe  Folgendes  dargeboten ­
  :
den  Antioch  über  mere  iagete,
wände  er  ime  sagete
daz  retsce  an  einem  brieue
Erinnert  man  sich  der  Schreibungen  von  V,  so  ist  der  Weg
über  retlisce  —  relitsce  —  relite  leicht  verständlich,  Man  braucht
bei  dieser  Vermuthung  nur  einmal  ungetreue  Erinnerung  anzunehmen ­
  und  erklärt  dabei  den  ganzen  Zustand  der  Ueberlieferung.


1  Vgl.  Weissmaim  I.  473.  Holtzmann  a.  a.  0.  Die  von  Ernst  Dümmler
(Berolini  MDCCCLXXVII)  aus  einer  Hs.  saecidi  XI  exeuntis  herausgegebenen ­
  Gesta  Apollonii  Reyis  Tyrii  Metrica  lassen  die  Ueberlieferung  des
Romanes  wieder  weiter  zurückreichen.
            
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