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Werner.
vncl im dessante briejf,
daz er sin dochter beein
retisce mit forhten
daz ivas mit bedecketen Worten
gescriben in einen brief
sleiff.
V al zerstöret ivas Tu daz er sines selbes tohter beslief.
tyrus
die stifte sih ter cliunich
apollonius
den antioch über mere
iagete
warde er imme sagete
daz rehte an einem
brieue
daz er mit siner tohter
sliefe.
Ich weiss nicht, oh ich recht that, diese Stelle in diesem
und nicht in anderem Zusammenhänge anzuführen, denn es ist
sehr fraglich, ob VB in allen Versen das Richtige überliefert
haben. Die Stelle bezieht sich bekanntlich auf die Sage von
Apollonius von Tyrus und M beweist genauere Kenntniss, doch
findet sich auch in ihr eine fehlerhafte Angabe. 1 In der Sage
nämlich ist von einem Briefe nicht die Rede, wohl aber von dem
Räthsel, das Antiochus erfindet, um die Freier seiner Tochter ins
Verderben zu stürzen. M weiss nun zwar von diesem Räthsel,
fügt aber die Erwähnung des Briefes hinzu, wodurch die
Sage verfälscht wird. Es sind nun folgende Möglichkeiten vorhanden:
1. entweder überliefern V B das ursprüngliche, d. h. das,
was in A gestanden hatte; dann bietet A die Sage in einer Form,
wie sie uns sonst nicht bekannt ist; A kann sich dabei a) auf
eine uns unbekannte Darstellung stützen, oder aber b) aus geringer
Kenntniss die beiläufige Erwähnung gemacht haben. —
1 Vgl. Weismann I. 473— 484. Holtzmänn Germ. II. 45 f. Strobl H. v. Neustadt
6 ff. Carl Schröder Griseldis. Apollon, v. Tyrus. Leipzig 1872.
(Mittheiluugen der Deutschen Gesellschaft V. Bd. 2. Heft.) S. 26 f.
A. Riese Historia Apollonii Regis Tyri. Lipsiae 1871. cap. 3 ff. — Rohde.
Der grieeh. Roman u. s. Vorläufer. Leipzig 1876. S. 408—424. Dunlop-Liebrecht.
Gesell, d. Prosadichtung S. 35 ff. 138. 463. Gesta Romauorum
ed. Osterley cap. 153 (S. öll f.) Graesse, allgem. littgesch. II, 3, 1, 457 ff.
Aber das an unserer Stelle Vorausgesetzte findet keine Parallele.